Wenn von „Datenkraken“ die Rede ist, sind damit meist Google, Meta (Facebook) und Microsoft gemeint. Bei Nutzung der vermeintlich kostenlosen Dienste zahlen Sie mit Ihren Daten.
Das hört sich allerdings bedrohlicher an, als es tatsächlich ist. Die gesammelten Daten dienen vor allem zur Steuerung von Werbeanzeigen und füttern die Algorithmen, die Ihnen passende Inhalte anzeigen.
Das kann man aus unterschiedlichen Gründen als bedenklich einstufen, technisch gesehen handelt es sich aber nicht um die Erhebung persönlicher Daten.
Letztlich ist es Vertrauenssache, welche Daten man einem Dienst zur Verfügung stellt.
Bei Software und Netzwerkgeräten ist das ähnlich. Programme kontaktieren den Hersteller regelmäßig, um etwa nach Updates zu suchen. Teilweise werden auch Daten zur Nutzungshäufigkeit oder Verwendung einzelner Funktionen übertragen. Windows informiert Microsoft ständig über den Gerätestatus, was beispielsweise zur Steuerung der Auslieferung von Updates dient.
Ein Router wie die Fritzbox, der in der Regel dauerhaft eingeschaltet ist, verdient hier besondere Aufmerksamkeit. Auch die Fritzbox sendet Daten an den Hersteller Fritz! GmbH – vorheriger Firmenname AVM (siehe AVM gibt es nicht mehr: So geht es weiter und Der Nachfolger von AVM.de: Für Fritzbox, FritzOS, Fritzfon & Co.).
Um welche Daten es sich handelt, wie Sie den Inhalt prüfen und wie Sie die Übermittlung abschalten, erfahren Sie in diesem Artikel.
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Wozu die Fritzbox Diagnosedaten sendet
Bei Routern und ähnlichen Netzwerkgeräten steckt das Betriebssystem in der Firmware. Es ist in einem Speicherbaustein (Flash-Chip) auf der Platine gespeichert. Bei einem Firmware-Update wird der Inhalt des Speichers neu geschrieben.
Das ist ein heikler Prozess, weil man ihn von außen nicht kontrollieren kann. Schließlich verfügen Router nicht über Anschlüsse für Tastatur und Monitor.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auf der Router-Platine in der Regel Anschlüsse für einen seriellen Port vorhanden sind. Bastler können mit einem USB-Serial-Adapter und einem Terminalprogramm auf das Gerät zugreifen, den Startprozess untersuchen und Fehler finden.
Die Fritzbox bietet zahlreiche Funktionen, etwa ein Modem für DSL, WLAN, Telefonie und ein NAS, das ein USB-Laufwerk als Datenspeicher nutzen kann. Die Firmware ist entsprechend komplex. Es ist daher nicht auszuschließen, dass ein Update Fehler verursacht. Diese sind bei der Fritzbox zwar selten, traten in der Vergangenheit aber durchaus auf.
Meist ist es eine ungewöhnliche Konfiguration, die Probleme bereitet, etwa die Kombination der Fritzbox mit anderen Netzwerkprodukten (Fritzbox hinter einem anderen DSL-Router).
Ausfälle oder Einschränkungen im Zusammenhang mit einem bestimmten Internetanbieter waren ebenfalls zu beobachten, unter anderem eine deutliche Verlangsamung der Übertragungsrate. Die Probleme hat die Fritz! GmbH größtenteils zeitnah mit einem neuen Update behoben oder Betroffenen die Installation einer Labor-Firmware (Vorabversion) empfohlen. Lesetipp: Nervige Update-Probleme der Fritzbox beheben – so geht’s
Damit der Hersteller etwas von Ihren Problemen erfährt, gibt es mehrere Wege. Einer davon führt über die Support-Seite. Sie können in der Wissensdatenbank nach dem Fehler suchen, ein Support-Formular ausfüllen, die Support-Hotline anrufen oder einen Live-Chat anfordern.
Einen anderen Weg beschreitet die Fritzbox in der Standardkonfiguration automatisch. Die Fritzbox sendet bei Bedarf Fehlerberichte oder Daten zu einem möglichen Missbrauch durch Dritte an den Hersteller.
Letzteres kann eintreten, wenn der Router aufgrund einer unsicheren Konfiguration von Hackern manipuliert wurde. Nach Angaben der Fritz! GmbH dienen die übermittelten Diagnosedaten der Verbesserung des Produkts und der Sicherheit.
Eine zweite Funktion heißt „Diagnose und Wartung“. Diese erlaubt dem Hersteller einen Fernzugriff für die genauere Diagnose. Wenn nötig, kann darüber ein Firmware-Update für den sicheren Betrieb durchgeführt werden, auch wenn das automatische Update deaktiviert ist.
Wenn „Diagnose und Wartung“ aktiviert ist, kann die Fritz! GmbH Stichproben für statistisch relevante Daten zu Qualität, Einsatzszenarien und Umgebungsparametern abrufen. Laut Angaben des Herstellers dienen diese Daten der Produktentwicklung und Verbesserung der Produktqualität.

In der Fritzbox steckt einiges an Elektronik, wie ein Blick auf die Platine des Modells 7490 zeigt. Die Hauptfunktionen bietet ein SoC (System-on-a-Chip), daneben gibt es RAM- und Flash-Chips.
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Diese Daten übermittelt die Fritzbox
Die Fritzbox geht transparent mit den Daten um und erlaubt Ihnen die Kontrolle. Rufen Sie im Webbrowser die Konfigurationsoberfläche des Routers über http://fritz.box oder die Standard-IP-Nummer http://192.168.178.1 auf.
Danach melden Sie sich an, gehen auf „Internet –› Zugangsdaten“ und wechseln auf die Registerkarte „AVM-Dienste“. Klicken Sie auf „Diagnosezusammenfassung ansehen“. Sie laden eine umfangreiche Textdatei herunter, die Sie in einem Editor öffnen.
Im ersten Abschnitt sehen Sie Angaben zu den Versionen von Hard- und Software, etwa zur verwendeten Firmware und dem Linux-Kernel. Eine Produktbezeichnung ist ebenfalls enthalten, die das Gerät identifiziert.
Es sind jedoch keine Informationen zu finden, die Rückschlüsse auf genau Ihr Gerät zulassen. Hinter „SerialNumber“ beispielsweise steht „SECRET“. Der tatsächliche Wert wurde aus den Daten entfernt.
Die kompletten MAC-Adressen (Media-Access-Control-Adresse) der Netzwerkadapter sind weltweit einmalig, und man könnte sie einem bestimmten Gerät zuordnen.
In den Diagnosedaten finden Sie dafür eine Zeile wie „maca 3C:A6:2F:SECRET“. Die ersten drei Werte der MAC-Adresse stehen für den Hersteller, sind also bei allen Fritzboxen gleich. Die folgenden drei Werte sind bei jedem Netzwerkadapter unterschiedlich, wurden aber durch „SECRET“ ersetzt.
Die folgenden Abschnitte in der Textdatei enthalten Informationen zur Konfiguration des Routers sowie der Internet-, Netzwerk- und WLAN-Verbindungen. Auch hier sind alle persönlichen Daten anonymisiert, beispielsweise IP- und MAC-Adressen.

Blick in die Diagnosedaten: Die Informationen, die eine Fritzbox dem Hersteller Fritz! GmbH senden kann, sind umfangreich. Persönliche Daten sind jedoch anonymisiert und meist durch „SECRET“ ersetzt.
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Die Übermittlung der Diagnosedaten abschalten
Wie die Kontrolle der exportierten Diagnosedaten gezeigt hat, ist nichts enthalten, was Ihre Privatsphäre verletzen könnte. Alles, was sich auf das einzelne, konkrete Gerät beziehen könnte, wurde entfernt.
Wer dennoch Bedenken hat, kann die Funktionen über die Weboberfläche der Fritzbox unter „Internet –› Zugangsdaten –› AVM-Dienste“ jedoch deaktivieren.
Lesetipp: Die Vor- und Nachteile, Ihre Fritzbox regelmäßig auszuschalten
Wir raten jedoch davon ab, die automatische Suche nach Updates zu deaktivieren. Durch die Firmware-Updates werden Fehler behoben, die Zuverlässigkeit erhöht sich, und Sie erhalten meist auch neue oder verbesserte Funktionen.
Ein Update kann auch Anpassungen für Internetanbieter enthalten, wenn sich in deren Infrastruktur etwas ändert. Mit einer veralteten Firmware können somit Verbindungsprobleme auftreten. Wer möchte, kann Updates aber auch manuell durchführen. Dazu gehen Sie auf „System –› Update“ und klicken auf „Neues FRITZ!OS suchen“.
Alternative: Unter „System –› Update“ können Sie auf der Registerkarte „Auto-Update“ festlegen, wie und wann ein automatisches Update erfolgen soll. Standard ist „Stufe III“, bei der eine neue Version automatisch installiert wird. Bei „Stufe I“ erhalten Sie nur eine Information über ein verfügbares Update, bei „Stufe II“ werden nur notwendige Updates automatisch installiert.
Ein Firmware-Update ist immer mit einer kurzen Unterbrechung des Betriebs verbunden. Die Fritzbox führt Updates vorzugsweise in der Nacht durch. Sie können auch ein Häkchen vor „Zeitraum festlegen“ setzen und darunter die gewünschte Uhrzeit angeben.

Wer keine Diagnosedaten übermitteln möchte, deaktiviert die Funktionen über die Weboberfläche der Fritzbox. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, die automatischen Firmware-Updates zu deaktivieren.
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Die Funktion der Fritzbox selbst untersuchen
Die exportierten Diagnosedaten können auch dabei helfen, selbst möglichen Problemen auf die Spur zu kommen. Allerdings ist die Datei sehr umfangreich, und die gewünschten Informationen sind daher nicht einfach zu ermitteln.
Bei der Behebung von Fehlern hilft am schnellsten ein Blick in die Protokolle. Dazu gehen Sie in der Fritzbox-Weboberfläche auf „System –› Ereignisse“. Sie finden hier Meldungen, etwa wenn sich eine Internetverbindung nicht herstellen lässt oder die Kommunikation mit einem DynDNS-Anbieter fehlgeschlagen ist. Auf den Registerkarten neben „Alle“ lassen Sie sich die Protokolle für die einzelnen Bereiche wie „Telefonie“ oder „WLAN“ anzeigen.
Für mehr Details gehen Sie auf „Diagnose –› Funktion“ und klicken auf „Starten“. Das Ergebnis zeigt die einzelnen Bereiche übersichtlich an. Sie erfahren beispielsweise, seit wann die Internetverbindung besteht und welche IP-Adressen der Router erhalten hat.
Informativ sind auch die Angaben unter „WLAN-Umgebung“. Ihnen werden – wenn zutreffend – andere WLAN-Netze angezeigt, die auf dem gleichen Kanal funken. Das kann die Ursache für Verbindungsprobleme oder ein langsames WLAN sein. Wenn nötig, ändern Sie den WLAN-Kanal über „WLAN –› Funkkanal“.
Über „Diagnose –› Sicherheit“ rufen Sie weitere Informationen ab. Die Seite liefert Daten zu den geöffneten Ports. Sie sollten die Liste prüfen und gegebenenfalls unnötige Portfreigaben unter „Internet –› Freigaben“ entfernen.
Lesetipp: So machen Sie die Fritzbox sofort sicherer
Eine Portfreigabe ermöglicht den direkten Zugang zu einem Gerät im Netzwerk über das Internet. Das ist nur für Serverdienste nötig, die öffentlich aus dem Internet erreichbar sein sollen. Aus Sicherheitsgründen sollte man Portfreigaben so weit wie möglich reduzieren und einen Server besonders sorgfältig und sicher konfigurieren.
Wenn man nur selbst oder eine begrenzte Personengruppe auf einen Server im heimischen Netz zugreifen muss, empfiehlt sich als Alternative eine VPN-Verbindung zur Fritzbox. Die Konfiguration erfolgt über „Internet –› Freigaben“ auf der Registerkarte „VPN (IPSec)“ oder „VPN (Wireguard)“.
Wireguard gilt als schneller und wird inzwischen von den meisten Betriebssystemen unterstützt. Ausführliche Informationen zu Wireguard lesen Sie in den Artikeln FritzOS 7.50: So richten Sie Wireguard ein und das bringt das VPN im Alltag und So nutzen Sie Ihre Smartphone-VPN zielgerichtet nur für bestimmte Apps.

Was auf der Fritzbox gerade los ist, erfahren Sie unter „System –› Ereignisse“. Es erscheinen Meldungen, etwa bei Problemen mit der Internetverbindung oder – wie in diesem Beispiel – DynDNS-Fehlermeldungen.
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