Die Site Kleinanzeigen ist bereits seit Jahren ein höchst erfolgreiches Portal für den Kauf und Verkauf von gebrauchten, teilweise auch neuen Waren aller Art.
Notebooks, Smartphones, Möbel, Kleidung, Bücher, sogar Autos und Wohnungen – hier wird alles gehandelt. Obwohl es mittlerweile mehr als ein halbes Dutzend Alternativen gibt, zu nennen sind vor allem Quoka, der Facebook Marketplace, Shpock und Markt.de, ist Kleinanzeigen. de der unbestrittene Marktführer und bietet eine riesige Auswahl.
Kein Wunder also, dass sich bereits seit Jahren auch Betrüger für die Site interessieren. Sie haben im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Methoden entwickelt, um sowohl Käufer als auch Verkäufer übers Ohr zu hauen und sie um ihr Geld zu bringen.
Die Verbraucherschutzzentralen und die Polizei berichten immer wieder über neue Betrugsmaschen.
Wir stellen Ihnen einige Beispiele aus den letzten Monaten vor und erklären, wie Sie sie erkennen und die Fallen vermeiden.

Auf dem Portal Kleinanzeigen wird nahezu alles gehandelt, von Smartphones über Fahrräder und Sofas bis hin zu kompletten Häusern. Auch Dienstleistungen werden hier angeboten.
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1. Gefangen in der Support-Schleife
Die Banken beobachten in den letzten Jahren eine Zunahme von Fällen, bei denen ihre Kunden bei Verkäufen auf der Kleinanzeigen-Plattform zu Überweisungen auf die Konten von Kriminellen überredet wurden.
Der Trick geht folgendermaßen: Stellen Sie sich vor, Sie bieten eine Ware auf Kleinanzeigen an und erhalten eine Whatsapp-Nachricht von einem interessierten Kunden.
Er bestellt die Ware und schreibt Ihnen, dass er das Geld bereits auf Ihr Kleinanzeigen-Konto überwiesen habe. Dann fragt er nach, ob Sie schon eine Benachrichtigung von Kleinanzeigen über den Geldeingang erhalten haben.
Wenn Sie verneinen, verweist Sie der vermeintliche Käufer auf den Chatsupport von Kleinanzeigen. Sie bekommen dann eine Nachricht, die angeblich vom Support von Kleinanzeigen stammt und das Logo der Plattform zeigt.
Darin enthalten ist ein Link in Form eines Buttons. Sobald Sie ihn anklicken, werden Sie auf eine gefälschte Support-Website mit einem Chatprogramm geführt.
Dort wartet ein angeblicher Kleinanzeigen-Mitarbeiter auf Sie. Er behauptet, er brauche die Daten Ihres Bankkontos, um das Problem mit der nicht eingegangenen Überweisung zu klären.
Sobald der Betrüger die Daten hat, loggt er sich in Ihr Konto ein und legt eine Überweisung an. Jetzt erklärt er Ihnen, dass er für die Bestätigung der Gültigkeit Ihres Kontos eine TAN von Ihnen benötige.

Über einen Link werden Sie zu einem gefälschten Chat geleitet, wo ein angeblicher Mitarbeiter von Kleinanzeigen auf Sie wartet. Dort sollen Sie Ihre Kontodaten und eine TAN eingeben.
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Sie fordern im Browser eine TAN an und schicken sie ihm per Chat. Hat nicht funktioniert, behauptet er, bitte noch mal. Und jedes Mal, wenn Sie ihm wieder eine neue TAN übermitteln, führt er eine Überweisung auf sein eigenes Konto aus.
Da Sie ja selbst auch in Ihr Konto eingeloggt sind, sehen Sie seine Überweisungen. Doch er erklärt Ihnen, das werde alles später korrigiert. Zunächst einmal müsse er das Problem mit der nicht eingegangenen Zahlung lösen.
Wichtig: Kein Support wird Sie jemals zur Übermittlung Ihrer Kontodaten plus TAN auffordern.
Wenn Sie auf diesen Trick hereingefallen sind, sollten Sie sofort Ihre Bank kontaktieren und versuchen, die Überweisungen zu stoppen und das Geld zurückzuholen. Machen Sie Screenshots vom Chatverlauf und der gefälschten Website, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und legen Sie die Bilder als Beweismaterial vor.
2. Phishing von Kreditkartendaten
Eine der einfachsten, aber von den Betrügern immer noch genutzten Maschen geht folgendermaßen:
Sie bieten einen Artikel auf Kleinanzeigen an. Ein Interessent meldet sich bei Ihnen per Whatsapp oder über einen anderen Messenger und bekundet Interesse an der Ware. Er bietet an, den Kauf über die Methode „Sicher bezahlen“ zu begleichen.
Die existiert zwar bei Kleinanzeigen tatsächlich. Der Betrüger hat aber nicht vor, sie auch zu benutzen. Stattdessen soll sein Angebot Sie lediglich in Sicherheit wiegen.

Ein angeblicher Kaufinteressent meldet sich bei Ihnen über Whatsapp und bietet an, die Überweisung über das Bezahlsystem von Kleinanzeigen durchzuführen. Es folgt ein Verwirrspiel und ein fieser Trick.
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Der angebliche Kaufinteressent gibt nun an, das Geld auf Ihr Kreditkartenkonto überweisen zu wollen. Dazu schickt er Ihnen einen Link zu einer Website, auf der Sie Ihre Kreditkartendaten eingeben sollen.
Nachdem das geschehen ist, hören Sie nie wieder etwas von ihm, und natürlich erhalten Sie auch keine Überweisung. Stattdessen stellen Sie in den Tagen und Wochen danach fest, dass jemand mit Ihrer Kreditkarte Geld abgehoben hat.
Wichtig: Sie sollten bereits stutzig werden, wenn jemand angibt, den Verkaufspreis für eine Ware auf Ihr Kreditkartenkonto überweisen zu wollen. Denn für einen Außenstehenden ist das in der Regel nicht möglich. Stattdessen kann er Geld lediglich auf das mit der Karte verknüpfte Referenzkonto überweisen.
Normalerweise handelt es sich dabei um ein Girokonto. Wenn also jemand nur nach den Kreditkartendaten fragt, sollten Sie vorsichtig werden und den Verkaufsvorgang lieber abbrechen.
Am besten akzeptieren Sie Zahlungen ausschließlich über den integrierten Nachrichtendienst von Kleinanzeigen und mit der echten Methode „Sicher bezahlen“. Lassen Sie sich nicht dazu überreden, einen Bezahldienst außerhalb von Kleinanzeigen zu nutzen.

Kleinanzeigen bietet eine Methode zum sicheren Bezahlen an, bei der Überweisungen automatisch im Hintergrund überwacht werden.
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Falls Sie einmal auf diesen oder einen ähnlichen Trick hereinfallen sollten, sperren Sie mithilfe Ihrer Bank sofort Ihre Kreditkarte.
3. Der Trick mit den Transportkosten
Sie bieten eine etwas größere und sperrige Ware auf Kleinanzeigen an, beispielsweise ein Bettgestell, ein teures Fahrrad oder eine alte Kommode.
Der Betrüger zeigt Interesse, behauptet aber, derzeit im Ausland zu sein oder kein Auto zu besitzen, um die Ware transportieren zu können. Er will daher eine Spedition beauftragen, die Ware bei Ihnen abzuholen.
Sie sollen die Transportkosten zunächst vorstrecken, er will sie Ihnen dann später zusammen mit dem Kaufpreis überweisen.
Für die Begleichung der Transportkosten gibt er Ihnen eine Kontonummer, die angeblich der Spedition gehört, und nennt auch gleich den Betrag. Meist geht es um Summen von 300 bis 400 Euro.

Die Verbraucherzentrale bietet auf ihrer Website ein Tool an, das Ihnen bei Betrugsfällen auf Verkaufsplattformen weiterhilft.
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Sie überweisen das Geld und erhalten bald darauf eine E-Mail, die angeblich von einem Bezahldienst wie Paypal oder auch von einer ausländischen Bank stammt. Darin wird bestätigt, dass der angebliche Käufer bereits eine Überweisung über die Summe aus Kaufpreis plus Transportkosten an Sie freigegeben hat.
Diese E-Mail ist jedoch gefälscht. Die Spedition taucht nie bei Ihnen auf, und Ihr Geld ist weg.
Wichtig: Das Verfahren, dass jemand für die Abholung einer Ware eine Spedition organisiert, die Sie dann erst einmal bezahlen sollen, ist so ungewöhnlich, dass Sie misstrauisch werden sollten. Brechen Sie den Verkauf an dieser Stelle sofort ab.
Rücküberweisung mithilfe von Paypal
Die Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz warnen vor einer neuen Betrugsmasche. Dabei bekommen Sie per Paypal unerwartet Geld von einer Ihnen fremden Person überwiesen.
Kurz darauf meldet sich der Absender und erzählt Ihnen, dass er Ihnen die Summe irrtümlich geschickt hat. Eigentlich sei das Geld für jemand anderen bestimmt gewesen. Nun bittet er Sie um eine Rücküberweisung per „Freunde und Familie“.

Der Bezahldienst Paypal bietet seinen Kunden einen Käuferschutz, mit dem sie bei ausbleibender Ware ihren überwiesenen Betrag zurückholen können.
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Was der Absender nicht sagt: Im Modus „Freunde und Familie“ gibt es keinen Käuferschutz. Sobald Sie das Geld an den Absender zurücküberwiesen haben, bekommen Sie es nicht zurück.
Der Betrüger allerdings wendet sich jetzt sofort an Paypal und meldet einen Problemfall. Da der Bezahldienst einen Käuferschutz umfasst, macht Paypal die Transaktion rückgängig, holt das Geld von Ihrem Konto und überweist es ihm zurück.
Der Betrüger erhält also zwei Rücküberweisungen, eine von Ihnen und eine von Paypal, und hat damit sein Geld glatt verdoppelt.
4. Der Dreieckstrick
Sehr populär unter Kriminellen ist der Dreieckstrick. Dabei erbeutet der Betrüger anstatt Geld eine Ware, die er anschließend verkaufen kann.
Das funktioniert so: Sie haben einen Artikel bei Kleinanzeigen eingestellt. Der Kriminelle meldet sich bei Ihnen und bekundet Interesse an der Ware. Gleichzeitig schaltet er selbst eine Annonce und bietet darin Ihren Artikel an.
Sobald sich bei ihm ein Interessent meldet, gibt er ihm Ihre Kontodaten. Parallel dazu schließt er mit Ihnen den Kauf ab und bittet Sie, ihm die Ware zu schicken. Sie erhalten dann die Bezahlung von der dritten Person, die jedoch vergeblich auf ihre Bestellung wartet und Sie daher eventuell sogar bei Kleinanzeigen als Betrüger meldet.
Um eine solche Situation zu vermeiden, sollten Sie bei Ihren Verkäufen auf Kleinanzeigen niemals Ihre Kontonummer preisgeben. Nutzen Sie stets den Bezahldienst des Portals, der gegen solche betrügerischen Machenschaften abgesichert ist.

Die Verbraucherzentrale Hamburg klärt auf Ihrer Website über verschiedene Formen des Betrugs bei Kleinanzeigen-Plattformen auf.
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5. Der Dreieckstrick mit Variante
Bei einer Variante des Dreieckstricks erhält der Betrüger das Geld, der Betrogene muss die Rechnung zwei Mal bezahlen.
Das geht so: Der Kriminelle bietet auf Kleinanzeigen eine Ware an, die Sie per Paypal oder Überweisung bezahlen sollen. Damit Sie die Lieferung auch empfangen können, übermitteln Sie ihm Ihre Adresse.
Der Betrüger bestellt jetzt das gleiche Produkt bei einem anderen Lieferanten und lässt es an Ihre Adresse schicken. Für die Bezahlung lässt er sich eine Rechnung zuschicken, allerdings an eine falsche E-Mail-Adresse. Für Sie scheint zunächst alles in Ordnung zu sein – Sie haben bezahlt und dafür die gewünschte Ware bekommen.
Wenn dann jedoch die Mahnungen des echten Lieferanten bei Ihnen eintrudeln, merken Sie, dass etwas nicht stimmt.
Wichtig: Auch in diesem Fall lautet der Rat, Zahlungen für Waren, die Sie bei Kleinanzeigen gekauft haben, ausschließlich über das Bezahlsystem der Plattform laufen zu lassen. Damit genießen Sie einen Käuferschutz, der Sie vor Tricks, wie sie oben geschildert wurden, bewahrt.
So kapern Betrüger Bankkonten
Ein Problem für die Kriminellen ist, wie sie an das erbeutete Geld gelangen. Sie können es sich ja nicht auf ihr eigenes Konto überweisen lassen und damit ihre Identität preisgeben. Stattdessen greifen sie auf das Konto eines Strohmanns zurück, der idealerweise nichts davon weiß.
Sie arbeiten dazu mit falschen Jobangeboten.
Die Betrüger schicken Ihnen beispielsweise ein Angebot als gut bezahlter App-Tester für die Software einer Bank. Wenn Sie darauf eingehen, richten sie für Sie im Hintergrund ein Konto ein und schicken Ihnen einen Link zum Video-Ident-Verfahren der Bank.
Es handele sich zwar um ein Testkonto, dennoch müssten Sie sich per Video-Ident identifizieren. Auch das sei Teil des Tests.
Sobald Ihnen die Bank dann per Post die Kontounterlagen geschickt hat, sollen Sie diese bitte an sie weiterleiten. Danach werde das Konto automatisch gelöscht.

Die ING-Bank erklärt auf ihrer Website, wie Kriminelle an Konten anderer Personen gelangen. Über diese Konten führen sie anschließend ihre Geldgeschäfte durch, der Kontoinhaber gerät unter Geldwäscheverdacht.
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Tatsächlich wird das Konto jedoch nicht gelöscht, sondern wird von den Kriminellen für ihre Geschäfte genutzt – alles unter Ihrem Namen, aber ohne Ihr Wissen. Sie werden dadurch zu einem Finanzagenten und stehen nach der Aufdeckung des Betrugs unter Verdacht, Geldwäsche zu fördern.
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