Es ist wieder so weit: 810.000 Deutsche (Familien, Singles, Senioren oder Wohngemeinschaften) bekommen ab jetzt nach und nach Post vom Staat, rund ein Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik. Diese Post kostet die Empfänger viel Zeit. Denn in der Post befinden sich die Unterlagen zum sogenannten Mikrozensus 2026, die Sie ausfüllen müssen.
Die Betroffenen wählt das Landesamt für Statistik nach dem Zufallsprinzip stellvertretend für die gesamte Bevölkerung aus. Damit wollen die Behörden herausfinden, wie die Menschen leben. Allein in Bayern werden jährlich rund 65 000 private Haushalte derart befragt.
So läuft laut dem WDR die Ermittlung der Teilnehmer am Mikrozensus und Nordrhein-Westfalen ab: “Laut IT.NRW bekommt etwa ein Prozent der Haushalte in NRW – das sind rund 80.000 – die Fragebögen zugestellt. Sie wurden nach einem Zufallsverfahren ausgewählt. Die Befragung findet nicht flächendeckend statt, sondern nur in rund 14.000 sogenannten ‘Auswahlbezirken'”‘: Das sind Ortsteile, die ebenfalls nach einem mathematischen Zufallsverfahren ausgewählt wurden. Pro Auswahlbezirk werden im Durchschnitt neun Haushalte befragt“.
Um überhaupt die Namen der potentiellen Teilnehmer zu kennen, laufen im Vorfeld sogenannte “Begehende” durch diese Auswahlbezirke und notieren sich die Namen auf den Klingelschildern und Briefkästen. Diese werden dann an IT.NRW übermittelt. Aus dieser Namenssammlung lost man dann die Teilnehmer aus.
Die Ausgewählten können die Fragen auf dem Papier, online, im Rahmen eines Telefoninterviews oder in einem persönlichen Interview beantworten. Von Januar bis Dezember 2026 werden die Fragebögen verschickt und finden die Befragungen statt. Laut Frankfurter Rundschau handelt es sich um bis zu 200 Fragen auf 130 Seiten, die beantwortet werden müssen.
Die Fragen erfassen Alter, Einkommen, Arbeitsverhältnisse und Schulabschlüsse und decken die Bereiche Haushalt und Familie, wirtschaftliche Lage und soziale Teilhabe, Bildung und Beruf, Arbeitsweg, Kinderbetreuung, Wohnen und Gesundheit ab. Wie hoch ist der Frauenanteil unter den Berufstätigen, was verdienen Frauen im Vergleich zu Männern? Warum arbeiten Menschen in Teilzeit? Wie hoch ist der Ausländeranteil? Welche Sprachen werden zu Hause überwiegend gesprochen? Wo leben die meisten Menschen mit Abitur und wo die meisten Kinder? Aber auch Kinderbetreuung, Gesundheitszustand, Renteneinkommen, Langzeitarbeitslosigkeit, Wohnverhältnisse und Internetzugang werden abgefragt.
Die erfassten Daten werden vertraulich behandelt, Rückschlüsse auf einzelne Personen sollen nicht möglich sein. Wen es erwischt, der/die kann bis zu drei weitere Male befragt werden. Um Entwicklungen in einzelnen Haushalten verfolgen zu können.
Den Mikrozensus gibt es seit 1957. Die Ergebnisse aus dem Mikrozensus sollen der Politik dabei helfen, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen vorzubereiten. Hier finden Sie am Beispiel von Bayern weitere Informationen zum Mikrozensus. Dieses Video stellt den Mikrozensus vor.
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