
NextCloud
Nextcloud hat Euro-Office in seine Workplace-Anwendungssuite integriert. Dies ist eine von mehreren Aktualisierungen für Nextcloud Hub, die im Rahmen des Nextcloud Summit 2026 angekündigt wurden. Weitere Neuerungen sind eine Compliance-App für große Organisationen sowie ein Förderprogramm für Entwickler, die Anwendungen für die Nextcloud-Plattform erstellen.
Open-Source-Alternative zu Microsoft Office
Im März angekündigt, wird Euro-Office als Open-Source-Alternative zu Microsoft Office für europäische Organisationen beworben, die ihre Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologieanbietern verringern möchten. Es besteht aus vier Browser-basierten Anwendungen:
- Textverarbeitung,
- Tabellenkalkulation,
- Präsentationssoftware, und
- einem PDF-Editor.
Alle Programme unterstützen eine gemeinsame Bearbeitung. Euro-Office-Dokumente können auch direkt über die mobile App „Nextcloud Files“ geöffnet werden.
Nextcloud ist eines von mehreren europäischen Unternehmen, die Euro-Office unterstützen. Die Software basiert auf der Open-Source-Codebasis von OnlyOffice und wird unter der GNU Affero General Public License v3 (AGPL v3) vertrieben.
Durch die Integration können Nextcloud-Nutzer nun in Nextcloud Office zwischen zwei Optionen wählen: Euro-Office und der bestehenden Collabora-Integration.
„Euro-Office nutzt einen anderen architektonischen Ansatz, der zu einer besseren Leistung im Browser und einer anderen Benutzererfahrung führen kann. Deshalb ist es wichtig, diese Option anzubieten“, erklärt Jos Poortvliet, Mitgründer von Nextcloud und Vice President Communications.
Neues in der Nextcloud Hub 26 Spring-Version
Weitere Änderungen in der Nextcloud Hub 26 Spring-Version betreffen die Nextcloud Talk-App für Video- und Sprachkonferenzen.
Dazu zählen KI-basierte Geräuschunterdrückung und die Möglichkeit, einen Anruf von jeder Nextcloud Hub-App aus zu starten – eine Ergänzung, die die gemeinsame Bearbeitung erleichtern soll, so Poortvliet.
Für den Nextcloud Assistant gibt es zudem neue Funktionen für KI-Agenten. Zusätzlich zu bestehenden Funktionen wie der Verwaltung von Kalendern und Aufgaben können diese nun Karten in der Aufgabenverwaltungs-App „Deck“ von Nextcloud erstellen und Informationen in der „Forms“-App aktualisieren.
Darüber hinaus wurde auch die Benutzeroberfläche verbessert. Das Assistentenfenster kann nun verschoben werden, um andere Anwendungen nicht zu verdecken. Außerdem lassen sich dadurch Texte einfacher kopieren und einfügen, ohne einen weiteren Tab öffnen zu müssen.
Um die Anforderungen des EU-KI-Gesetzes zu erfüllen, wird Nextcloud künftig außerdem transparenter darstellen, welcher Anbieter das zugrundeliegende Large Language Model (LLM) für den Assistenten bereitstellt.
Zudem wird der KI-Assistent direkt in die Office-Anwendungen von Nextcloud integriert. Über eine Chat-Oberfläche in der Seitenleiste können Nutzer so beispielsweise Unterstützung bei Problemen wie Fehlern in der Tabellenkalkulation erhalten.

Der KI-Chat-Assistent von NextCloud ist in die Office-Suiten des Unternehmens integriert.
NextCloud
Neue Governance-App für Compliance-Anforderungen
Nextcloud hat außerdem eine Governance-App vorgestellt. Diese soll großen Organisationen – insbesondere Behörden und stark regulierten Branchen – dabei helfen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die App enthält mehrere Funktionen, darunter:
- Sensitivitätskennzeichnungen zur Steuerung von Zugriffsrechten,
- Datenaufbewahrungs- und Archivierungs-Features, sowie
- eine Option zur Aufbewahrungspflicht, die Dokumente für rechtliche Zwecke wie Gerichtsverfahren sicherstellt.
Ein integrierter Compliance-Manager bewertet auf Basis der regulatorischen Anforderungen einer Organisation den Compliance-Status und misst Fortschritte bei der Erreichung bestimmter Ziele. Administratoren können zudem von Mitarbeitern freigegebene Dokumente suchen und prüfen sowie Auditberichte zu Compliance-Zwecken erstellen.
Die Governance-App steht ausschließlich NextCloud Enterprise-Kunden zur Verfügung.
Entwicklerprogramm soll App-Ökosystem stark erweitern
Parallel dazu hat Nextcloud ein Programm ins Leben gerufen, um unabhängige Softwareanbieter zu unterstützen, die Apps für die Plattform entwickeln möchten.
Da KI die Entwicklung integrierter Anwendungen deutlich vereinfacht, erwartet CEO Frank Karlitschek in den nächsten zwölf Monaten eine Verzehnfachung der verfügbaren Apps – von derzeit 600 auf 6.000.
Nextcloud will im Rahmen des Programms von Partnern entwickelte Apps in seinem App Store bewerben, Abonnements für diese Anwendungen verkaufen sowie Dokumentation und technischen Support zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug sollen die Entwickler der Apps den Kunden Garantien hinsichtlich Sicherheitsprozessen und langfristigem Support geben.
„Wir können unser Ökosystem stärken und die Entwickler verdienen ebenfalls Geld. Denn natürlich teilen wir hier die Einnahmen – und nutzen die Dynamik, die wir durch KI in naher Zukunft erwarten“, so Karlitschek.
Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der Computerworld und wurde übersetzt und bearbeitet.
SOCIAL SHARE CARD GENERATOR