„Beinahe zu sterben ist die beste Taktik, um nicht zu sterben“, sagt ein Typ namens Lennox, während er seelenruhig sein Chili con Carne auf Alien-Art mit extra viel scharfer Soße futtert.
Es sind die ersten Minuten von Sony Playstations neuem Exklusiv-Blockbuster Concord und wir denken direkt an Guardians of the Galaxy. An Michael Rookers Yondu Udonta, Reptilienhaut, winziger Chirokesen-Haaransatz auf dem Kopf, immer einen guten Spruch auf den Lippen.

Haymar könnte auch von Zendaya gespielt sein. Der Story-Trailer gibt uns richtige „Guardians-of-the-Galaxy“-Vibes und auch während des Gameplays gibt es hier und da einen guten One-Liner. Die Beta kann aber die hohen Erwartungen bislang nicht einlösen.
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Das ganze Streitgespräch mit seiner Scharfschützen-Kameradin Haymar könnte von James Gunn stammen: die Atmosphäre, die Chemie, die Gags. „Vertrau mir, ich bin ein Profi. Das wird schon klappen, wir halten uns an den Plan“ persifliert Haymar und zeigt einen Clip, wo ihr Heist komplett schiefläuft.
„DAS war nicht der Plan“. Lennox mampft in Ruhe seine Alien-Chili und meint nur ganz cool: „Technisch gesehen war es ein Plan, nur nicht der gleiche, mit dem wir gestartet sind.“ Die kleine Konversation wird von der Alien-Bardame unterbrochen, die ihnen plötzlich einen Blaster entgegenstreckt und ihre ganze Crew herbeiruft, die unser Squad umstellt.
Der Humor und die Gag-DNA von Guardians of the Galaxy macht Spaß:
Ja, leider ist Concord nur ein Multiplayer-Shooter. Nicht die erhoffte neue Singleplayer-Marke, denn das kann Playstation am besten: Uncharted 5, Killzone 5, ein neues Infamous.
Nicht falsch verstehen: Jedes Spiel verdient seine Chance, aber Hero-Shooter gibt es wie Wellen im Ozean. Wie will also Concord punkten? Mit Humor und Action-Comedy.
Etwa als Haymar die extra scharfe Chili-Sauce in die Luft wirft, Lennox den Blaster zückt, die Flasche in tausend Teile zerspringt und in die Augen der Feinde spritzt, was unserem Team ermöglicht, selbst die Waffen sprechen zu lassen. Alles sehr Guardians-of-the-Galaxy-Style.
Concord: Leider “nur” ein Hero-Shooter

Concord ist ein grafisch guter, aber nicht beeindruckender Shooter, der in seiner Bewegungs-DNA zwar sehr viel Destiny hat, sich aber auch ein bisschen generisch anfühlt.
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Concord hat nicht nur Comedy und gute One-Liner, sondern auch starke Action: Sniper, die mit mechanischen Beinen im Cyberpunk-Style auf Hausdächer springen können, um unser Team zu schützen.
Star-Child als Drax-Verschnitt, der sich vor Haymar aufbaut, als diese angeschossen wird, weil sein massiver, gepanzerter Stachelkörper eine gewisse Anzahl von Kugeln aushält.
Ein gelber Roboter mit weißem Herz vor seiner Linse namens 1-Off, der nicht nur Müll-Granaten abfeuert, die wie ein Flummi durch das Level hopsen und erst nach gewisser Zeit explodieren.
Sondern auch einen Hightech-Staubsauger benutzt – den CC-1090 Industrial Vaccum, um Gegner und Objekte anzusaugen.

Condors Problem ist nicht, dass es kein guter Shooter ist. Aber es gibt einfach so viele Hero-Shooter und die spielen sich alle exakt gleich. Hier und da zeigen sich ein paar kreative Waffen, aber das wirkt bisher alles eher nach Fließband-Ware.
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Auch der Robo macht Laune und erlaubt sich den einen oder anderen One-Liner – „Ich entwickle gerade eine gewisse Vorliebe für Zerstörung“ sagt er, während er eine Schneise der Verwüstung schafft.
Es gibt einige spannende Elemente, die andere Games nicht so haben – wir stehen auf einem Gerüst, ein feindlicher Scharfschütze feuert auf die Gewinde, es bricht und wir sausen alle nach unten. Robo 1-Off hakt sich ein, alle halten einander. „Das wäre jetzt ein sehr ehrenloser Weg zu sterben“, merkt Star-Child an.
Haymar lässt los, sie und Lennox stürzen nach unten, landen aber ganz entspannt auf einem Raumschiff, „Guardians of the Galaxy“-Style. „Beinahe zu sterben ist die beste Taktik, um nicht zu sterben“, scherzt unsere Heldin.
Klingt alles fantastisch, sieht echt gut aus, ist toll geschrieben und inszeniert. Wo ist dann der Haken?
Concord ist keine Singleplayer-Marke, sondern nur ein weiterer Hero-Shooter. Es gibt zwar Cinematics, die die Geschichte vorantreiben und uns die Crew vorstellen, aber das Game an sich ist klassisch 5 gegen 5. Elemente von all dem finden sich natürlich im Multiplayer, aber es ist nicht so fantastisch inszeniert – es ist eben nur ein Multiplayer-Titel.
Einige coole Momente, aber weniger als erwartet

Größte Enttäuschung bisher: Dieser Buddy-Humor, den ein Guardians of the Galaxy so großartig macht und der sich im Trailer zeigte, kommt bislang in der Beta so gar nicht raus. Das Studio verspricht allerdings zweiminütige Cinematics in hoher Regelmäßigkeit.
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Wir haben die Beta auf der PlayStation 5 gespielt und können sagen: Destiny-Fans dürfen sich freuen, von der Time-to-Kill über das Waffen-Gefühl, etliche Bewegungsabläufe bis zum Karten-Layout, steckt hier viel Destiny-DNA drin. Ergibt Sinn, denn Concord kommt von den Firewalk-Studios, die von Ex-Bungie-Entwicklern gegründet wurden.
Abgeholt wird auch die Overwatch-Community, weil es satte 16 Klassen und Charaktere gibt, für die man dann wieder hunderte Skins freischalten kann. Spielt auf spannenden Karten, sieht echt gut aus, hat Charme, gerade weil etwa Droide 1-Off nicht klein wie R2D2 ist, sondern riesig wie der Hulk ist und mit seinem Staubsauger alles einsaugt, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
Ist Concord wirklich die nächste Mega-PS5-Marke?

Gerade der Müll-Roboter mit seinem XXL-Staubsauger ist schon kreativ designt, aber bislang hat Concord das Problem aller Hero-Shooter: Wenn man ein paar Matches mit allen Gadgets gespielt hat, gibt es nicht mehr allzu viel zu entdecken.
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Concord wird sicherlich ein kompetenter Shooter, das spielt sich schon ganz nett – wie Haymar sich über das Spielfeld katapultiert und Feuerwände sowie Blendgranaten abwirft, was die Sicht erschwert. Wie Scharfschützin Vale eine Stolper-Mine anbringt, die dann gleich von unserem Staubsaug-Roboter eingesaugt wird, bevor noch einer in die Luft fliegt. Oder seine Luftbarriere, die ankommende Geschosse blockiert.
Aber das ist auch sehr klassisch gehalten: In Cargo Run müssen wir einen blauen Roboter capturen und in eine von zwei Zonen bringen. In Clash Point wiederum kämpfen wir um eine zentrale Zone.

Unsere Hoffnung wäre, dass sich das Studio seinen brillanten Cinematic-Trailer anschaut, wie dieser Missions-Design inszeniert und das ins Gameplay transferiert. Die Modi der Beta sind exakt das, was jeder 08/15-Shooter abliefert.
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In Trophy Hunt müssen wir die Trophäe von gekillten Gegnern aufsammeln wie in Call of Duty’s Kill Confirmed.
Uns fehlt bisher der große Wow-Moment, es gibt zig Hero-Shooter, die sich genauso spielen. Das wird sicherlich nett für ein paar Runden nach Feierabend, aber nicht mehr.
Das reicht für Free2Play, aber ist das 40 Euro wert?
Hero-Shooter wachsen ja wie Äpfel auf Bäumen, da müssen Firewalk schon brutal Gas geben und das Gameplay hält aktuell nicht, was der fantastische Story-Trailer verspricht. Vielleicht ändert sich das noch, aktuell wirkt vieles austauschbar. Wo sind die ganzen One-Liner im Guardians-of-the-Galaxy-Style hin? Warum ist das so viel Standard, so wenig Missions-basiert?

Im Grunde tun uns die Firewalk Studios ein Stück weit leid: Denn die Enttäuschung über Concord zeigt sich im Internet nicht, weil es ein schlechtes Spiel wäre. Sondern wir alle so viel mehr von Sony Playstation erwarten. Wird Zeit für die Weltpremiere von Uncharted 5: Lost City of Atlantis.
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Neue PS5-Exklusivtitel sind aktuell sehr rar, dieses Jahr kam mit Stellar Blade zwar ein absolut fantastisches Action-Adventure mit verdammt scharfer Heldin und starker Story, für 2024 liegt aber sonst erstaunlich wenig in der Pipeline. Das Silent-Hill-Remake und Concord sind die größten Exklusivtitel, die dieses Jahr noch anstehen und für 2025 wurde bislang auch noch nichts enthüllt.
Die heiß ersehnte Weltpremiere von Uncharted 5 wird jetzt erst auf den The Game Awards im Dezember erwartet. Es hängt also sehr viel an Concord.
Mehr Games, auf die man sich freuen kann:
- Judas: So gut wird das neue Projekt des BioShock-Erfinders
- Assassin’s Creed Shadows: Das neue Japan-Assassin’s Creed in Preview
- Where Winds Meet: So gut wird China’s Pendant zu The Witcher 4






