Das Dateisystem BTRFS sorgt mit nativer Komprimierung für deutlich mehr Platz auf Datenträgern (während die „Komprimierung“ von F2FS diesen Namen nicht verdient und ZFS schlicht zu kompliziert ist).
Leider bieten Linux-Installationsprogramme eine automatische Einrichtung nur mit dem Standard-Dateisystem Ext4 an.
Mit anderen Worten: Bei einer geführten Installation, die Bootpartition und Systempartition selbständig anlegt, wird die Systempartition mit Ext4 formatiert. Für BTRFS müssen Sie daher manuell partitionieren.
Siehe auch: Schnelles, neues Dateisystem für Linux – Das leistet Bcachefs
Installation mit BTRFS
Bei einer Ubuntu-Installation wählen Sie im Fenster „Installationsart“ die Option „Etwas Anderes“ (ab Version 24.04 „Manuelle Installation“).
Danach löschen Sie alle Partitionen auf dem Laufwerk und erstellen eine etwa 100 MB große FAT-Partition mit dem Typ „Efi-Partition“ und für den kompletten verbleibenden Speicherplatz legen Sie die Systempartition mit dem Dateisystem BTRFS und dem Einbindungspunkt „/“ an.

Die Entscheidung für BTRFS bei der Linux-Installation erfordert manuelles Partitionieren.
IDG
Das so installierte System nutzt BTRFS, bislang allerdings ohne Komprimierung. Um das zu korrigieren, müssen Sie die Datei „/etc/fstab“ mit root-Recht editieren. Dort werden Sie zwei BTRFS-Volumes (keine physischen Partition) für „/“ (subvol=@) und „home“ (subvol=@home) vorfinden.
Ergänzen Sie beide Einträge, vor allem das „Home“ mit gut komprimierbaren Benutzerdateien mit der Anweisung „compress“.
Die Zeile sieht dann beispielsweise so aus:
UUID=[Kennung] /home btrfs defaults,compress,subvol=@home 0 2Die damit aktivierte Komprimierung wirkt sich nur auf künftig erstellte Dateien aus. Bei Bedarf kann der Befehl
sudo btrfs filesystem defragment -r -v -czlib /auch die schon vorhandenen Dateien komprimieren.

Ergänzung der Datei „/etc/fstab“: Die „compress“-Option für BTRFS muss manuell eingetragen werden.
IDG
BTRFS-Komprimierung für USB
Für BTRFS-Komprimierung von USB-Datenträgern benötigen Sie zusätzlich das kleine Paket „btrfs-progs“, das sich in den Paketquellen aller Linux-Distributionen befindet und unter Ubuntu & Co. mit
sudo apt install btrfs-progsschnell nachinstalliert ist. Danach kann ein USB-Medium mit
sudo mkfs.btrfs /dev/sd[x]im Terminal oder mit grafischen Gnome- und KDE-Laufwerkstools mit BTRFS formatiert werden. Zur Kompression dient ein nachträglich gesetztes Attribut:
sudo btrfs property set /[Mountpfad] compression zlibDas Laufwerk muss dazu vorher im Dateimanager oder im Laufwerktool gemountet werden, damit ein Mountverzeichnis angegeben werden kann – typischerweise unter „/media/“.
Die Komprimierung sollte baldmöglichst nach der Formatierung aktiviert werden, da sie erst ab diesem Zeitpunkt wirkt.
Das Attribut „compression“ ist danach permanent gesetzt, wie der Befehl
btrfs property get /[Mountpfad]verifizieren kann.
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