Köpfchen statt Kugeln: Indiana Jones spielt sich ganz anders als Uncharted

Geballert wird sehr selten, weil das alle Wachleute direkt alarmiert. Stattdessen rätseln, kombinieren und verkleiden wir uns und entdecken häufig Sidequests, die richtig gut geschrieben sind.
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Stellt sich die große Frage: Liefern Xbox und Machine Games hier das bessere Uncharted ab?
Klare Antwort: Indiana Jones und der große Kreis ist ein komplett anderes Spielerlebnis. Witzigerweise wird Indy von Troy Baker geschauspielert, dem Bruder von Nathan Drake in Uncharted 4.
Aber wo sich Nate durch ganze Armeen ballert, fühlt sich Xbox-Indy eher wie ein Stealth-Adventure an. Wir schleichen viel, umgehen Wachen, werfen Bierflaschen in die andere Richtung, um Soldaten abzulenken. Wir können kaum etwas einstecken – ein paar Kugeln und es heißt Game-Over.

Klassische Waffen sind sehr selten, viel öfter nutzen wir etwa Bratpfannen, um Wehrmachts-Soldaten auszuknocken, die in Ägypten den Sarkophag von Königin Mutter stehlen wollen.
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Das hier ist eben nicht Uncharted, was ja quasi Indiana Jones meets James Bond ist – auf Nathan Drake können 20 Söldner und Ex-Special-Forces schießen, keiner trifft.
„Es ist eher gefährlich Ihre Waffe abzufeuern und noch gefährlicher sich eine Kugel einzufangen“, meint Creative Director Alex Torvenius dazu.
Das ist spannend und überraschend, denn sein Studio, Machine Games, hat mit Wolfenstein: The New Order einen der besten Shooter der letzten 10 Jahre abgeliefert. Aber ihr Xbox-Indy soll sich eben ganz anders anfühlen – so wie die alten Indiana-Jones- Filme, die wir alle lieben.

Gina Lombardi erinnert uns an Marion Ravenwood. Durch die Dialoge der beiden, erfahren wir mehr über Indiana Jones, der sonst eher One-Liner reißt.
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Dr. Jones ist ein Professor für Archäologie und mehr durch Zufall in die Agenten-Rolle für den amerikanischen Militärgeheimdienst OSS (Office of Strategic Services) gerutscht, dem Vorgänger der CIA.
Er ist kein ausgebildeter Elitesoldat und auch kein Agent – anders als James Bond kann er weder Panzer fahren, noch Jets fliegen oder mit einer einzelnen AK eine ganze Hundertschaft an Soldaten besiegen.
Und genau das macht Indy aus – dass er immer irgendwie in den nächsten Schlamassel gezogen wird und improvisieren muss, um da wieder rauszukommen. „Muss das immer mir passieren?“, sagt er in Filmen und auch im Spiel gerne.

An witzigen Szenen mangelt es nicht: Als dieser Schweizer Gardist im Vatikan eine extrem alte, sehr wertvolle Vase nach uns werfen will, meint Indy nur: „Stell die wieder hin, hast du eine Ahnung wie alt die ist?“
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Mitunter brechen wir auch in Festungen ein, bei denen wir die Security nicht ausknocken wollen – etwa in den Vatikan.
Hier kommt dann Indys gute, alte Peitsche zum Einsatz, um sich unerkannt von der Vatikanischen Garde von Gemäuer zu Gemäuer und Turm zu Turm zu schwingen, bis wir einen befreundeten Kardinal finden, der uns in die heiligen Hallen führt.
Das ist besonders atmosphärisch, weil Italiener auch wirklich italienisch im Spiel fluchen. Einige sind nämlich Schläger Mussolinis, denen wir die Faust ins Gesicht rammen oder schnell einen Gegenstand finden müssen, um ihre harten Angriffe abzuwehren.
Beim Xbox-Indy wird richtig hart und gut geboxt

In den Faustkämpfen zeigt sich, wie viele Details in jeder einzelnen Figur stellen. Treffen wir die Schläfen dieses italienischen Polizisten Mussolinis, schwellen die blau an.
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Der Fakt, dass Dr. Jones im Grunde ein normaler Typ ist, der keine besondere Kampfausbildung absolviert hat, zeigt sich auch in den häufigen Boxkämpfen.
Indy kämpft wie ein Kneipenschläger, nicht galant und taktisch wie James Bond. Er ist seinen Gegnern gerne mal unterlegen, gerade wenn er gegen mehr als einen boxen muss.
Hier zeigt sich, warum Machine Games auf die Ego-Perspektive setzt – denn das knallt viel mehr, wortwörtlich. Ein Schlag auf die Nase und die färbt sich rot, die Augen schwellen zu – denn die KI wehrt sich und kann selbst ganz schön austeilen.

Mit der guten, alten Peitsche entwaffnen wir Gegner oder ziehen sie an ihren Füßen die Treppe runter. Das ist praktisch, gerade weil Indy zahlentechnisch immer unterlegen ist.
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Die Kämpfe sind keine einfachen Knockouts – wie in James Bond oder Call of Duty. Indy tut sich schon ganz schön schwer und muss ziemlich einstecken wie in den guten Filmen. Hinterher sieht er dann auch richtig lädiert aus.
Und auch das Pacing funktioniert hier, weil solche Action-Momente sich abwechseln mit ruhigeren Passagen – in denen Indy etwa einen Sarkophag entdeckt, sein Feuerzeug entzündet, den Staub entfernt, Reliquien fotografiert und ägyptische Hieroglyphen übersetzt respektive Kalligrafie entschlüsselt und dafür etliche Rätsel lösen muss.

Wie in den Filmen: Kugeln wollen gezählt werden, hier haben wir etwa nur drei Stück für den Revolver. Indiana Jones und der große Kreis will kein Uncharted-5-Konkurrent sein, sondern eher ein Stealth-Adventure.
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Troy Baker ist einer der besten Schauspieler der Gamesbranche und kostet solche Momente auch herrlich aus – er hat mit Booker de Witt in Bioshock: Infinite oder Joel in The Last of Us einige der prägendsten Figuren der jüngeren Videospielgeschichte sein Alter Ego verliehen.
In Rückblenden reisen wir auch immer wieder ins Marshall College zurück, schleichen bei Nacht durch den historischen Trakt mit all den Saurier-Modellen und historischen Statuen – Fan-Service gibt es hier wirklich an allen Ecken und Enden. Auch wenn wir ein Widersehen mit beliebten Charakteren feiern – Marcus Brody und ein paar … Überraschungen.
Indiana Jones und der große Kreis erscheint am 09. Dezember 2024 für Xbox Series X, Series S und PC. Game-Pass-Abonnenten spielen kostenlos.
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