Immer wieder hört man, dass ein VPN-Dienst eine gute Möglichkeit ist, Serien und Filme aus dem Ausland zu erleben, ohne extra dafür zahlen zu müssen. Für mich als Streaming-Fan klingt das perfekt, denn ich schaue ohnehin viele Inhalte auf Englisch und möchte nicht Jahre warten, bis eine neue Serie oder Staffel endlich auch nach Deutschland kommt.
Als kompletter Neueinsteiger im VPN-Thema, da ich so etwas noch nie benutzt habe (außer für die Arbeit, um aus dem Home-Office zu arbeiten), wollte ich testen, wie einfach Streaming mit VPN wirklich ist. Also habe ich den Selbstversuch gestartet. Das habe ich dabei herausgefunden.
Wichtig: Die Wahl des richtigen VPNs
Zuerst musste ich mir Gedanken machen, welches VPN für mein Vorhaben überhaupt geeignet ist. Es gibt eine Vielzahl von VPN-Diensten (die besten VPNs stellen wir in unserem großen Vergleichstest vor), und manche davon sind speziell für Streaming ausgelegt. Für den Anfang habe ich mir Cyberghost VPN zugelegt, das gibt es schon ab 2 Euro monatlich im Abo.
Der Vorteil bei einem VPN, das für Streaming ausgelegt ist, ist die einfache Bedienbarkeit. Denn hier kann man auf einen Blick sehen, mit welchen Servern man sich verbinden muss, um ein optimiertes Erlebnis für Netflix, Disney+, Paramount+ oder andere Dienste zu bekommen. Dadurch musste ich mir weniger Gedanken darum machen, welcher der vielen möglichen Standorte gut geeignet ist.
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Das richtige Vorgehen
Als Nächstes testete ich, wie gut der VPN-Dienst mit Disney+ funktioniert. Eine genaue Anleitung dazu, wie man Geoblocking umgeht, soll das hier aber nicht sein. Wichtig zu wissen ist nur: am besten vor dem Login in Disney+, Netflix und Co. mit dem VPN verbinden, dann klappt die Verbindung relativ gut.
Direkt begrüßte mich in meiner Streaming-App am Handy die Meldung “Du scheinst dich auf Reisen zu befinden” und ich konnte den US-Katalog auf meiner Startseite sehen. Ansonsten hatte sich nicht viel verändert, Titel und Beschreibungen waren nach wie vor auf Deutsch. Praktisch. Wenn der Inhalt aber generell nicht in Deutschland verfügbar war, gibt es auch keine deutsche Sprachausgabe oder Untertitel.

Disney+ hat in den USA ein paar spannende Inhalte, die es bei uns nicht gibt. Etwa den Katalog von Hulu.
Dominik Tomaszewski / Foundry
Bei Netflix funktionierte das Ganze ähnlich schnell. Ein Klick bei Cyberghost VPN auf einen US-Server, der auf Netflix optimiert ist, und schon sah ich Filme und Serien, die hierzulande eigentlich nicht verfügbar sind. Etwa die erste Staffel von “Interview mit einem Vampir”, die aktuell in keinem meiner Streaming-Abos inkludiert ist.
Tipp: Für deutsche Seiten reicht oft ein Blick auf Werstreamtes, um zu sehen, bei welchem Dienst eine Serie oder ein Film verfügbar ist. Für die USA gibt es entsprechende Pendants wie TVGuide.
Wie ist die Performance?
Beim Streaming selbst blieb die VPN-Verbindung in der Regel stabil. Nur zweimal ist es mir passiert, dass der Stream plötzlich stoppte, andere Internetseiten funktionierten aber noch. Neuladen half auch nicht, aber durch einen kurzen Neustart des VPN ließ sich das Problem beheben. Oder durch einen Wechsel auf die Netflix-App, denn in der Browser-Version scheint der Stream etwas öfter zu zicken.
Generell war ich aber zufrieden mit der Performance. Der VPN-Dienst beeinträchtigte meine Internetverbindung nicht sonderlich oder sorgte für starke Verzögerungen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass manche VPNs die Geschwindigkeit um bis zu 20 Prozent reduzieren können, wenn sie schlecht optimiert sind. Das ist es aber in meinen Augen wert, wenn man dafür sicher surfen und mehr Inhalte streamen kann (und die Leitung ohnehin stark genug ist).
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Wie sieht es mit neuen Abos aus?
Mit einem VPN bekommt man nicht nur Zugriff auf Filme und Serien von Streaming-Diensten, die es hier bereits gibt. Man kann auch ein Abo abschließen, auch wenn der Dienst es bisher nicht nach Deutschland geschafft hat. Ich schaue speziell euch an, (HBO) Max und Hulu…
Probeweise habe ich auch versucht, ein Test-Abo bei AMC+, einem reinen US-Streaming-Dienst, abzuschließen. Ohne VPN käme ich nicht einmal auf die Anmeldeseite, doch mit ging das ganz leicht.

Ohne VPN erwartet einen oft nur diese traurige Meldung.
Screenshot / IDC / AMC
Aufpassen sollte man allerdings, wenn man bei der Anmeldung eine Telefonnummer oder ein Bankkonto hinterlegen muss. Wenn eins davon aus Deutschland stammt, kann die Registrierung trotzdem scheitern, oder der Account wird irgendwann gesperrt.
Tipp: Auch andersherum ist ein VPN-Dienst sehr nützlich. Wenn ich zum Beispiel im Ausland unterwegs bin und weiterhin deutsche Sendungen auf Joyn oder RTL+ streamen will. So verpasst man seine Lieblingssendungen nicht, auch wenn es im Urlaub keine deutschen TV-Sender gibt.
Fazit
Insgesamt war das Streamen mit einem VPN deutlich einfacher und komfortabler als gedacht. Lange Zeit war ich ja skeptisch, ob es wirklich so einfach sein kann, die Standorterkennung von Netflix und Co. auszutricksen. Aber tatsächlich ist es das.
Zwar kann es trotzdem mal zu Aussetzern kommen, doch in der Regel sind moderne VPN-Dienste sehr gut dafür geeignet, Filme und Serien aus aller Welt zu erleben, ohne überall teure Abos abschließen zu müssen. Oder auf die Inhalte verzichten zu müssen, die es aus Lizenzgründen einfach nicht nach Deutschland schaffen.
Generell würde ich also jedem Serien-Fan einen VPN-Dienst empfehlen. Allein schon, um internationale Serien zu sehen, die man sonst kaum zu sehen bekommt (oder teuer dazu kaufen muss). Im Endeffekt spart man damit sogar Geld.
Test: Die besten VPN-Dienste im Vergleich
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