Wer nach China, Iran oder Russland reist, wird schnell merken: Ohne Vorbereitung geht im Netz wenig. Whatsapp, Instagram, Facebook, Google und andere westliche Dienste sind dort oft komplett blockiert. In China sorgt die sogenannte Große Firewall dafür, dass sogar der Zugriff auf normale Webseiten wie Wikipedia scheitert. Aber: Die Sperren lassen sich umgehen – mit einem VPN. Wie das funktioniert, welche Tools Sie brauchen und warum Sie sich schon vor der Abreise darum kümmern sollten, erfahren Sie hier.
Diese Apps dürfen Sie in manchen Ländern nicht nutzen
In autoritär regierten Staaten wie China, Iran, Russland oder Nordkorea sind westliche Plattformen häufig ein Dorn im Auge der Regierung. Der Grund: freie Meinungsäußerung, verschlüsselte Kommunikation und der freie Zugang zu Informationen.
Typisch gesperrte Dienste:
- Whatsapp (Nachrichten, Anrufe)
- Instagram und Facebook (Social Media)
- Google-Dienste (Gmail, Google Maps, Suche)
- Youtube, Wikipedia, Telegram und viele mehr
Gerade China hat mit der sogenannten „Großen Firewall“ ein besonders ausgefeiltes System zur Netzüberwachung und -zensur aufgebaut. Dort gehen alle Datenpakete durch staatlich kontrollierte Filter – was nicht passt, wird blockiert. Mehr zur Großen Firewall lesen Sie hier.
VPN-Trick: So umgehen Sie die App-Sperren
Sobald Sie beispielsweise in China landen und eine lokale Internetverbindung nutzen, surfen Sie automatisch mit einer chinesischen IP-Adresse. Das bedeutet: Viele westliche Dienste wie Whatsapp, Instagram, Google oder Gmail sind sofort blockiert. Ein VPN (Virtual Private Network) schafft hier Abhilfe. Es verschlüsselt Ihre Verbindung und leitet den Datenverkehr über einen Server im Ausland – etwa in Deutschland oder den USA. Für Webseiten und Apps sieht es dann so aus, als befänden Sie sich dort und nicht in China. Damit umgehen Sie lokale Sperren und behalten Zugriff auf Ihre gewohnten Apps und Dienste.
Wofür Sie ein VPN sonst noch nutzen können, lesen Sie hier.
Wichtig: Installieren Sie das VPN unbedingt vor der Reise. In Ländern wie China sind viele VPN-Webseiten selbst gesperrt, was bedeutet, dass Sie nicht mehr an die Software kommen, wenn Sie erst vor Ort aktiv werden wollen.
Schritt-für-Schritt: Whatsapp & Instagram trotz Sperre nutzen
- VPN-Anbieter auswählen: Wählen Sie vor Ihrer Reise einen seriösen VPN-Dienst aus. In unserem VPN-Kaufratgeber finden Sie aktuelle Empfehlungen.
- VPN-App herunterladen und installieren: Nach dem Kauf können Sie die VPN-Software direkt auf Ihr Smartphone, Tablet oder den Laptop laden. Achten Sie darauf, alle Geräte zu versorgen, die Sie im Ausland nutzen wollen.
- VPN-Zugangsdaten sicher notieren: Halten Sie Ihre VPN-Zugangsdaten griffbereit – etwa offline gespeichert oder in einem Passwortmanager. So kommen Sie auch im Ausland problemlos ins VPN, falls Sie sich im Client noch einmal anmelden müssen.
- Testlauf vor der Abreise: Aktivieren Sie das VPN bereits zu Hause und testen Sie es auf allen betroffenen Geräten. So vermeiden Sie spätere Überraschungen. Ein Beispiel: Verbinden Sie sich mit einem Server in Deutschland. Ist die Verbindung aktiv, wissen Sie, dass das VPN funktioniert (siehe Bild unten).
- VPN im Reiseland aktivieren – erst dann Whatsapp & Co. öffnen: Sobald Sie im Zielland angekommen sind und mobiles Netz oder WLAN haben, starten Sie zuerst das VPN. Wählen Sie einen Server außerhalb des Landes, etwa Deutschland, Schweiz oder USA. Danach können Sie die gesperrten Apps wie gewohnt öffnen und nutzen.

Testen Sie die VPN-Verbindung vor der Abreise auf allen betroffenen Geräten. Wählen Sie dafür ein beliebiges Land und prüfen Sie, ob die Verbindung hergestellt werden kann.
PC-Welt
Was Sie sonst noch beachten sollten
- Achten Sie auf eine hohe VPN-Qualität, denn nicht jeder Anbieter funktioniert in China. Viele werden blockiert oder sind extrem langsam. Die besten Premium-VPN-Dienste finden Sie hier.
- VPNs erhöhen den Datenverbrauch leicht. Stellen Sie sicher, dass Sie genug Datenvolumen haben, zum Beispiel mit einer guten eSIM.
- In China ist die Nutzung zwar nicht ausdrücklich verboten, aber staatlich nicht erwünscht. Verwenden Sie seriöse Dienste mit starker Verschlüsselung.
Was tun, wenn Whatsapp & Co. trotz VPN nicht funktionieren?
Manchmal kommt es vor, dass die Sperre trotz aktivem VPN bestehen bleibt. In solchen Fällen können folgende Schritte helfen:
- Serverstandort wechseln: Nicht jeder VPN-Server funktioniert in jedem Land gleich zuverlässig. Versuchen Sie es mit einem anderen Server und/oder einem anderen Land.
- VPN-Protokoll umstellen: Es gibt verschiedene VPN-Protokolle wie OpenVPN, WireGuard oder IKEv2. Prüfen Sie in den Einstellungen Ihrer VPN-App, welche weiteren Protokolle zur Verfügung stehen und testen Sie diese. Das kann die Verbindung stabiler oder unauffälliger machen.

In den Einstellungen Ihrer VPN-App (hier CyberGhost VPN) können Sie das verwendete VPN-Protokoll in der Regel ganz einfach wechseln.
PC-Welt
- VPN-App aktualisieren: Eine veraltete App-Version kann Probleme verursachen. Prüfen Sie, ob ein Update verfügbar ist.
- Stealth-Modus aktivieren: Manche VPN-Dienste wie NordVPN oder ExpressVPN bieten einen sogenannten Stealth-Modus – oft auch als „Obfuskation“, „Camouflage“ oder „NoBorders“ bezeichnet. Damit wird der VPN-Verkehr gezielt verschleiert, sodass er wie normaler Internetverkehr aussieht und besonders restriktive Firewalls umgehen kann. Falls Ihr VPN-Anbieter diese Funktion unterstützt, aktivieren Sie sie in den Einstellungen.
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