Wenn Sie auch zu den Menschen gehören, die ihr Smartphone nachts nicht ausschalten, sondern durchgehend im Stand-by auf dem Nachttisch liegen lassen, dann sollten Sie genau aufpassen. Denn Ihr Handy kann so weiterhin Informationen empfangen und auch senden, ohne dass Sie es bemerken.
Ein Teil dieses Datentransfers ist notwendig, um dafür zu sorgen, dass das Gerät auf dem neuesten Stand bleibt. Schließlich kann auch mitten in der Nacht die Info über ein neues Software-Update eintreffen, das Sie installieren müssen. Doch einige der gesendeten Informationen sind alles andere als notwendig.
Gegenüber der Seite Techradar erklärte Marijus Briedis, CTO von NordVPN, dass Smartphones auch Tracking- oder werbebezogene Datensignale weitergeben. Dazu gehören auch persönliche Daten, die eigentlich nicht ohne explizite Zustimmung übermittelt werden sollten.
Diese Daten gibt Ihr Smartphone weiter
Die Daten, die ein Smartphone in Dauerschleife übermittelt, lassen sich demnach in zwei Kategorien einteilen: legitime Daten, die die Funktionalität des Geräts aufrechterhalten. Und sensible Daten, die für Tracking, Werbung und sonstige Maßnahmen verwendet werden.
Es ist nicht immer eindeutig, welche Daten in welche Kategorie fallen. Wenn Ihr Gerät etwa Diagnosedaten und Berichte an den Hersteller oder an App-Entwickler sendet, dann kann dies notwendig und wichtig sein. Bedarf aber meist auch Ihrer Zustimmung.
Zusätzlich übertragen Smartphones aber noch viele weitere Informationen, darunter Ihren Standort, Geräte- und Werbe-IDs, Nutzungsmuster und sonstige Daten, die kombiniert und genutzt werden, um ausführliche Profile zu erstellen und gezielte Werbung auszuspielen, die eine höhere Erfolgsquote versprechen.
Bereits 2025 kam heraus, dass Android-Nutzer gezielt von großen Unternehmen wie Meta oder Yandex ausspioniert wurden. Und schon seit Längerem gibt es Beweise dafür, dass Smartphones immer “mithören” und ihren Nutzern am nächsten Tag Werbung anzeigen, die “rein zufällig” genau zum Gesagten passt.
Echte Konsequenzen gab es seither aber nicht. Die meisten Smartphones funktionieren also nach wie vor so. Doch es gibt Möglichkeiten, die Weitergabe von Daten einzuschränken.
So schützen Sie sich davor
Um die Weitergabe von Hintergrunddaten zu reduzieren, sollten Sie die Berechtigungen Ihrer installierten App überprüfen. Besonders Apps, die Zugriff auf Ihren Standort, Ihr Mikrofon, Ihre Kamera und Tracking-Daten haben, sind besonders anfällig. Erlauben Sie Apps nur während der aktiven Nutzung, diese Daten und Funktionen zu verwenden (es gibt allerdings auch Apps, die ständig im Hintergrund laufen – hier sollten Sie besonders vorsichtig sein).
Zusätzlich können Sie sowohl unter iOS als auch unter Android die Hintergrundaktualisierung deaktivieren. Damit wird auch die automatische Synchronisierung für Cloud-Backups eingeschränkt. Falls Sie darauf angewiesen sind, wägen Sie also am besten Kosten und Nutzen ab.
Im besten Fall deaktivieren Sie noch personalisierte Anzeigen. Bei Android-Geräten finden Sie diese Einstellung unter Google/Google-Dienste – Alle Dienste – Werbung. Hier können Sie auch Ihre Werbe-ID zurücksetzen. Als zusätzlicher Schutz kann auch ein VPN-Dienst helfen, um Tracking und die Weitergabe von Daten zu reduzieren.
Und wenn es Ihnen darum geht, dass Ihr Smartphone besonders nachts keine Daten weitergeben soll, schalten Sie es am besten komplett aus (das sollten Sie ohnehin regelmäßig tun) oder versetzen Sie es zumindest in den Flugmodus.
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