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„Euro-Office ist Europas Antwort auf Microsoft 365“

width="1024" height="601" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px">Andreas Nauerz, Mitglied des Vorstands und Produktchef von Ionos, Ionos. En la imagen, Andreas Nauerz, CPO de Ionos y portavoz de Euro-Office. Noch in diesem…

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↗ Quelle (computerwoche.de)
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Andreas Nauerz, Mitglied des Vorstands und Produktchef von Ionos,

Ionos. En la imagen, Andreas Nauerz, CPO de Ionos y portavoz de Euro-Office.





Noch in diesem Sommer soll Europa eine vollständig europäische, souveräne Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace erhalten. Euro-Office basiert auf Open-Source-Software, wird mit KI-Funktionen erweitert und von einem Konsortium unter Führung von Nextcloud und Ionos geleitet. Ziel ist es, die Abhängigkeit Europas von großen US-Plattformen zu verringern.





Laut Andreas Nauerz, Mitglied des Vorstands und Produktchef von Ionos, liegt ein zentraler Vorteil darin, dass Euro-Office auf europäischer Infrastruktur – konkret den Rechenzentren seines Unternehmens – betrieben wird. Firmen und Behörden könnten so ihre Abhängigkeit von US-Anbietern reduzieren, mit allen geopolitischen und rechtlichen Konsequenzen, die damit verbunden sind.





„Digitale Souveränität ohne Produktivitätseinbußen“





„Das Ziel ist es, Unternehmen und öffentlichen Institutionen digitale Souveränität zu bieten, ohne auf Produktivität verzichten zu müssen – durch eine Plattform auf Basis von Open-Source-Software, die auf europäischer Infrastruktur in Ionos-Rechenzentren läuft“, erklärt der frühere CTO von Bosch Digital.





Die Lösung schütze Nutzer zudem vor US-Gesetzen wie dem Cloud Act oder dem Patriot Act, da die Daten ausschließlich in Europa gespeichert würden.





Dabei liefere Nextcloud die Software, während Ionos seine jahrzehntelange Erfahrung mit großskaliger Infrastruktur und dem Betrieb für sieben Millionen Kunden einbringe.





Unterstützt wird das Projekt von mehreren europäischen Unternehmen aus dem Umfeld von Open Source, freier Software und digitaler Souveränität. Dazu zählen unter anderem das Schweizer Unternehmen Proton, der französische Kollaborationsspezialist XWiki, der deutsche Open-Source-Projektmanagement-Anbieter OpenProject sowie das spanische Beratungsunternehmen Btactic.





Eine interoperable Alternative





Einer der größten Vorteile von Euro-Office ist laut Nauerz die Interoperabilität mit den Plattformen, gegen die die Lösung antritt. „Euro-Office deckt alle Funktionen für die Arbeit mit Dokumenten, Tabellen und Präsentationen ab, bietet aber zugleich ein hohes Maß an Interoperabilität. Nutzer können dadurch problemlos Dateien öffnen, die in Microsoft Office erstellt wurden.“





Die Plattform umfasst laut Nauerz zentrale Funktionen wie umfassendes Dateimanagement mit Versionskontrolle, Schutz vor Datenverlust, geräteübergreifende Synchronisierung sowie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. „Darüber hinaus bietet die Lösung Kommunikations- und Zeitmanagement-Tools, darunter die Integration von E-Mail-Postfächern von Ionos und einen Teamkalender“, ergänzt er. All dies werde als vollständig gemanagte Lösung bereitgestellt.





Zusätzlich verfüge Euro-Office über vertrauliche Kollaborationsfunktionen, darunter Videokonferenzen, die nahtlos in die Nextcloud-Umgebung integriert seien. Das System ermögliche es außerdem, Dokumente gleichzeitig in Echtzeit inklusive Kommentarfunktionen und Änderungsverfolgung zu bearbeiten. Die Plattform sei unabhängig vom Betriebssystem und laufe sowohl im Webbrowser als auch auf Desktop- und mobilen Systemen.





„Ionos integriert zunehmend KI-Funktionen in die Tool-Suite, etwa Zusammenfassungen eingehender E-Mails oder automatisch generierte Antwortvorschläge direkt innerhalb der Anwendung“, erklärt Nauerz. Einen konkreten Termin für den Marktstart nennt er jedoch nicht – nur, dass es im Sommer soweit sein soll.





Herausforderungen: Rechtsstreit mit Onlyoffice und starke Konkurrenz





Allerdings steht das europäische Softwareprojekt auch vor Herausforderungen. Eine davon betrifft die eigene Herkunft: Euro-Office ist ein Fork, beziehungsweise eine Weiterentwicklung von Onlyoffice, der Open-Source-Office- und Kollaborationsplattform des lettischen Unternehmens Ascensio System.





Das Euro-Office-Team entschied sich, den offenen Quellcode von Onlyoffice zu nutzen, um eine vollständig von europäischen Organisationen kontrollierte Variante zu entwickeln. Hintergrund sind Berichte über frühere Verbindungen des Projekts nach Russland.





Zwar ist Ascensio System in Riga registriert, Untersuchungen zur Unternehmensstruktur legten jedoch direkte Verbindungen nach Russland offen. Gründer und Hauptaktionär des Projekts ist demnach der russische Unternehmer Lev Bannov. Nach den EU-Sanktionen gegen Russland änderte Onlyoffice seine Firmenstruktur und unterstellte sich einer britischen Gesellschaft, die wiederum von einer Holding in Singapur kontrolliert wird.





Nach der Vorstellung von Euro-Office warf Ascensio System dem Projekt prompt Verstöße gegen geistige Eigentumsrechte vor. Das Unternehmen sprach von einer „eklatanten Verletzung“ der Lizenzbedingungen und internationaler Urheberrechtsgesetze und forderte, dass alle Derivate die Markenhinweise und Logos von Onlyoffice beibehalten müssten. Zudem beendete Ascensio die bestehende Partnerschaft zwischen Onlyoffice und Nextcloud.





Auf die Vorwürfe angesprochen, reagiert Nauerz gelassen: „Wir betrachten das nicht als großes Problem“, betont er. Euro-Office erfülle die Anforderungen der AGPL-Lizenz (Affero General Public License), gestützt auf die Richtlinien der Free Software Foundation. „Wir werden die Entwicklung beobachten, glauben aber nicht, dass dies unsere Pläne beeinflussen wird.“





Fokus auf Souveränität statt Funktionskrieg





Die zweite große Herausforderung besteht darin, sich gegen die Marktmacht von Microsoft und Google zu behaupten – nicht nur im Bereich Bürosoftware, sondern auch bei Cloud-Plattformen und Infrastruktur.





Nauerz betont jedoch, dass Euro-Office nicht über einen Funktionsvergleich mit Microsoft oder Google konkurrieren wolle: „Euro-Office konzentriert sich auf digitale Souveränität, Sicherheit und Datenschutz. Wir bieten grundlegende Produktivitäts-Workflows auf europäischer Infrastruktur und geben Kunden damit die volle Kontrolle über ihre Daten.“





Das Projekt passe zudem strategisch zur Ausrichtung von Ionos als Digitalisierungspartner für mittelständische Unternehmen. Euro-Office ergänze logisch das bestehende Portfolio – von Websites und E-Mail bis hin zu Produktivitäts- und sicheren Meeting-Lösungen – innerhalb eines europäischen Rechts- und Sicherheitsrahmens.





Großes Interesse aus Behörden und Mittelstand





Die enorme mediale Aufmerksamkeit nach der Vorstellung von Euro-Office sei laut Nauerz ein Hinweis auf das große Interesse in Europa.





„Wir sehen vor allem in zwei Bereichen eine starke Nachfrage: Im öffentlichen Sektor, der hochsensible und regulierte Daten verarbeitet, sowie bei mittelständischen Unternehmen, die ihr geistiges Eigentum schützen und ihre Abhängigkeit von großen Cloud-Anbietern reduzieren wollen.“





CIOs in Europa von einem Wechsel weg von etablierten Plattformen zu überzeugen, dürfte dennoch schwierig werden. Gerade im öffentlichen Sektor besitzt Microsoft laut einer Studie der Open Cloud Coalition Marktanteile von 73 bis 80 Prozent.





Nauerz ist dennoch überzeugt, dass die Vorteile von Euro-Office ausreichen werden: „Die leistungsfähige und erweiterbare Open-Source-Plattform von Nextcloud in Kombination mit der gemanagten Infrastruktur von Ionos als erfahrenem europäischen Anbieter reduziert das Risiko bei der Einführung kleinerer Alternativen erheblich.“ (mb)


2. Cyber Threat Intelligence & Forensik

CTI Threat Relationship Graph3 Knoten / 2 Relationen
CVE / Incident Software MITRE ATT&CK CWE Weakness IoC
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