
DC Studio | shutterstock.com
Wie die meisten meiner Entwickler-Kollegen habe auch ich mir viele Gedanken über KI-Coding-Tools und ihren Einsatz gemacht. Die folgenden sechs Gründe sprechen dafür, KI einzusetzen, um Code zu generieren.
1. KI ist schmerzfrei
Würde ich einem Junior-Programmierer anschaffen, 428 Hints innerhalb einer Codebasis zu bearbeiten und anschließend noch sämtliche der 434 aufgelaufenen Warnungen zu bereinigen, würde das vermutlich erledigt. Die Frage ist nur, mit wie viel Enthusiasmus (angesichts der ermüdenden Aufgabe) und daraus resultierend Genauigkeit.
Ein Coding-Agent würde hingegen nicht mit der Wimper zucken, wäre durchgängig topmotiviert und würde den Task vermutlich auch um den Faktor 100 schneller erledigen. Was jetzt kein Vorwurf sein soll – aber Menschen werden nun mal müde, sind ab und zu unkonzentriert und entwickeln des Öfteren Unlust. Ganz besonders dann, wenn sich unser Gehirn durch endlose, repetitive Tätigkeiten quälen muss. Hier sind KI-Assistenten im Vorteil. Man kann sie nicht demotivieren – oder zu Tode langweilen.
2. Delivery mit Perfektion
Ein weiterer Vorteil: Coding-Agenten erledigen unter bestimmten Voraussetzungen exakt das, was man ihnen aufträgt. Das funktioniert bei Menschen zwar ebenfalls, aber oft nicht einhundertprozentig. Damit die KI perfekt abliefert, braucht es einfach “nur” akribisch genaue Anweisungen. Diese zu designen und damit ein KI-System füttern zu können, dürfte sich künftig für Entwickler zu einer grundlegenden Kompetenz entwickeln.
3. KI wirft Fragen auf
Eine Best Practice aus eigener Erfahrung: Wenn Sie einen KI-Assistenten mit einer Programmieraufgabe betrauen, sollten Sie ihm parallel auftragen, alle Fragen dazu zu stellen, die er dazu auf Lager hat. Das Ergebnis: Meine KI bringt mich so regelmäßig auf Dinge, an die ich selbst hätte denken sollen.
4. Produktivität bekommt Flügel
Wenn Sie mit KI-Unterstützung eine Idee in zwei Stunden umsetzen können, ist es möglich, Ihre Produktion massiv nach oben zu skalieren. Wenn Code zu schreiben nicht mehr das wesentliche Bottleneck der Softwareentwicklung darstellt, werden Devs also lediglich dadurch eingeschränkt, genug Ideen für Software zu entwickeln.
5. Junior-Entwickler profitieren
Häufig ist zu beobachten, dass unerfahrenen Devs nicht zugetraut wird, die Resultate zu überwachen, die KI-Programmier-Tools ausspucken. Das sollte nicht so sein. Schließlich werden wir Junior Developer künftig nicht mehr zu besseren Programmierern ausbilden, sondern zu besseren Prompt-Autoren.
So wird “Programmiere das” zu “Verstehe dieses Problem und lass es den Coding-Agenten mit dem richtigen Prompt lösen”. Anders ausgedrückt: Junior-Entwickler lernen in der neuen, KI-basierten genauso wie in der “alten” Dev-Welt. Mit dem Unterschied, dass die KI es ihnen ermöglicht, ihre Zeit damit zu verbringen, wichtige Konzepte zu durchdringen – statt Boilerplate-Code zu schreiben. (fm)