Am Mittwochabend (24.6.2026) ist es im südamerikanischen Venezuela zu zwei Erdbeben und mehreren Nachbeben gekommen. Das erste Beben traf mit einer Stärke von 7,2 ein, das zweite folgte weniger als eine Minute später mit einer Stärke von 7,5. Die Behörden rechnen mit Tausenden Toten und Verletzten.
Offenbar konnten einige Menschen aber vor Eintreffen des ersten Bebens gewarnt werden. Und zwar durch ihr Android-Smartphone. Wie die Seite Republicworld berichtet, erhielten Android-Nutzer kurz vor Eintreffen des ersten Bebens eine Art Frühwarnung auf ihren Geräten. Doch wie kann das sein?
So warnen Android-Smartphones vor Erdbeben
Google hat in Android-Geräten eine Funktion eingebaut, die in der Lage ist, seismische Wellen zu erkennen. Diese Impulse, die sich durch diverse Gesteinsschichten im Boden bewegen und letztlich für das Beben verantwortlich sind, lösen auch Vibrationen aus, die von Geräten wie Seismometern erfasst werden können.
Auch Smartphones können diese Vibrationen erkennen, da sie winzige Beschleunigungsmesser besitzen. Google hat seit einigen Jahren daran gearbeitet, dass Android-Geräte als eine Art Frühwarnsystem eingesetzt werden können, weil sich Internet- und Mobilfunksignale schneller bewegen als die seismischen Wellen selbst.
Wenn sich ein Android-Nutzer also in der Nähe des Epizentrums befindet, von dem das Erdbeben ausgeht, kann dessen Gerät eine Warnung an alle anderen Smartphones ausschicken, die die entsprechende Funktion aktiviert haben. Für Menschen, die sich weiter weg befinden, kann dieser kurze Zeitvorsprung entscheidend sein, um sich auf das eintreffende Beben vorzubereiten und etwa ein Gebäude zu verlassen.
Wenn genügend Smartphones die Vibrationen im Boden erfassen, kann das Gerät sogar einschätzen, wie stark das Erdbeben ausfallen wird. Sobald die Stärke den Wert 4,5 überschreitet, schickt Google eine Warnung heraus und gibt Handlungsempfehlungen. Im Grunde besitzt Google damit das größte Erdbeben-Warnsystem der Welt.

So sieht Googles Erdbeben Warnsystem aus.
Venezuela besitzt kein eigenes, staatliches Frühwarnsystem für Erdbeben. Obwohl Erdbeben in dem südamerikanischen Land keine Seltenheit sind, weil es sich auf einem Gebiet mit erhöhter seismischer Aktivität befindet. Starke Erdbeben treten aber nicht häufig auf, das letzte mit ähnlichem Ausmaß fand im Jahr 1967 statt.
Abgesehen von Venezuela kann Googles System Warnungen in 97 Ländern weltweit ausspielen. Das System basiert auf Crowdsourcing, hängt also von der freiwilligen Teilnahme der Nutzer ab, wird aber von Google finanziert. Für einkommensschwache Länder ist ein solches System, das nicht von der Regierung gestemmt werden kann, Gold wert – birgt aber auch Risiken, was den Umgang mit gesammelten Daten angeht.
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