
Visa
Bislang zumindest. Nachdem Mitte März 2026 das Pilotprogramms „Visa Agentic Ready“ an den Start ging, hat der Zahlungsdienstleister nun auf dem Visa Payments Forum in Paris erste Live-Transaktionen im KI-gestützten Handel in Europa vorgestellt. Dabei kauften KI-Agenten im Namen der Karteninhaber auf Websites der teilnehmenden Händler ein. Die Zahlungen wurden in Zusammenarbeit mit mehr als 30 kartenausgebenden Finanzinstituten aus Europa realisiert.
Zweite Phase des Programms Visa Agentic Ready
Dieser Schritt markiert die nächste Phase des „Visa Agentic-Ready“-Programms, mit dem das Zahlungstechnologieunternehmen Infrastruktur, Standards und Partner zusammenbringt, die für die Entwicklung des KI-gestützten Handels in der Praxis erforderlich sind.
Grundlage für die neue digitale Shopping-Variante ist die Plattform „Visa Intelligent Commerce“ für sichere, KI-gestützte Einkäufe. Visa verbindet dabei über sein Netzwerk Finanzinstitute, Händler und KI-Systeme und ermöglicht sichere, authentifizierte Zahlungen im Einklang mit den regulatorischen Anforderungen in Europa.
Um die Transaktionen von KI-Agenten abzusichern, kommt das gemeinsam mit Cloudflare entwickelte Trusted Agent Protocol (TAP) sowie ein spezielles Agent Directory zum Einsatz. Die Funktionen sollen Händlern dabei helfen, verifizierte KI-Agenten über verschiedene Plattformen und Umgebungen hinweg sicher zu erkennen und vertrauenswürdige von nicht verifizierten Zugriffen zu unterscheiden. Zugleich, so der Zahlungsdienstleister, behielten Händler die Kontrolle darüber, wie Agenten auf ihre Websites zugreifen, Produkte anzeigen und Transaktionen abschließen.
Eine neue Infrastruktur im Handel ist dafür laut Visa nicht erforderlich. TAP könne mit bestehenden E-Commerce-Protokollen zusammenarbeiten, die Händler nahtlos in ihre bevorzugten Plattformen einbinden können. Die Implementierung wird von Infrastrukturanbietern wie Cloudflare und Akamai unterstützt.
Sicherheit und Kontrolle mit Visa Payment Passkeys
Die Teilnahme kartenausgebender Finanzinstitute am KI-gestützten Handel wird über Visa Payment Passkeys ermöglicht. Dabei handelt es sich um eine vertrauenswürdige und regulatorisch konforme Authentifizierungsmethode, bei der biometrische Merkmale genutzt werden, um die Identität von Nutzern zu bestätigen.
Zu den teilnehmenden Händlern gehörten das Kölner Unternehmen Cleverbridge, lastminute.com, Frasers und BrickDepot. Deutlich besser schaut es bei den kartenausgebenden Finanzinstituten aus. Zu den mehr als 30 europäischen Banken, die bereits mithilfe von Visa-Payment-Passkeys erfolgreich Live-Transaktionen mit KI-Agenten bei teilnehmenden Händlern umgesetzt haben, zählen hierzulande:
- comdirect,
- Commerzbank,
- Deutsche Kreditbank (DKB),
- ING und
- S-Payment.
„Wir sehen jetzt, wie KI-Agenten im Auftrag von Menschen direkt bei echten Händlern einkaufen können. Der nächste Schritt wird sein, dies im großen Maßstab auszurollen”, erklärt Tobias Czekalla, Deutschland-Chef bei Visa. Die Rolle von Visa dabei sei, Partner, Infrastruktur und Standards zusammenzubringen, um den KI-gestützten Handel gemeinsam voranzubringen.