1. Spezifikationen von Copilot+-PCs
Damit sich die KI-Funktionen schnell und reibungslos ausführen lassen, müssen Copilot+-PCs bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Das wichtigste Kriterium ist ein eigener Neuralprozessor (Neural Processing Unit, NPU).
Diese Komponente kümmert sich ausschließlich um KI-Aufgaben und muss mindestens 40 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) leisten. Darüber hinaus brauchen Copilot+-PCs mindestens 16 GB Arbeitsspeicher (DDR5 oder LPDDR5) und eine SSD mit 256 GB oder mehr.

Thomas Joos
An Bord ist außerdem der von Microsoft entwickelte Sicherheitschip Microsoft Pluton, der zusammen mit TPM 2.0 vor aktuellen und künftigen Cyber-Bedrohungen schützen soll. Als Betriebssystem setzt Microsoft Windows 11 in Version 24H2 oder neuer voraus; aktuell ist die Version 25H2.
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Die 40-TOPS-Grenze gilt unverändert, ist in der Praxis aber zur Untergrenze geworden. Viele Geräte aus dem Jahr 2026 bringen 45 bis 55 TOPS mit, einzelne ARM-Modelle sogar bis zu 80 TOPS. Wer länger Reserve haben möchte, greift zu 32 GB RAM und einer 512-GB-SSD.
2. Vorteile einer NPU
Ein spezialisierter Zusatzprozessor, der nur die KI-Aufgaben übernimmt, bringt zwei Vorteile. Zum einen entlastet er Hauptprozessor (CPU) und Grafikprozessor (GPU), sodass sich diese um ihre angestammten Aufgaben kümmern können.
Zum anderen erlaubt die NPU, ausgewählte KI-Aufgaben lokal zu erledigen. Das steigert die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Microsoft bezeichnet Copilot+-PCs deshalb vollmundig als „die schnellsten und intelligentesten Windows-PCs, die je gebaut wurden“.
3. KI ohne Internetverbindung
Eine dedizierte NPU bringt in der Praxis zwei weitere Vorteile. Eine Internetverbindung ist für viele KI-Aufgaben nicht zwingend nötig. Und da sich die Inhalte lokal verarbeiten lassen, müssen Sie sich weniger Sorgen machen, dass Ihre Daten in fremde Hände geraten.

artlist.io
Ausnahmen sind webbasierte KI-Dienste wie ChatGPT, Dall-E und Midjourney. Sie laufen nicht im Offlinemodus. Microsoft weist zudem darauf hin, dass die in Windows 11 integrierte Komponente „Copilot“ Daten über das Internet überträgt, um die Eingaben gegen die Nutzungsbedingungen zu prüfen.
4. Snapdragon X2 löst die erste Generation ab
Qualcomm gab im Frühjahr 2024 den Startschuss: Die ersten Copilot+-PCs kamen ausschließlich mit den ARM-Prozessoren Snapdragon X Elite (zwölf Kerne) und Snapdragon X Plus (zehn Kerne) auf den Markt, deren NPU 45 TOPS erreicht. Inzwischen ist die zweite Generation da.
Den Anfang machten im September 2025 der Snapdragon X2 Elite und der X2 Elite Extreme, im Januar 2026 folgte auf der CES der günstigere Snapdragon X2 Plus für die Mittelklasse. Alle drei Modelle bringen eine NPU mit 80 TOPS mit.

Mark Hachman / Foundry
Als Referenzgeräte dienen weiterhin Microsofts Surface-Modelle. Im Juni 2026 stellte das Unternehmen das Surface Pro 13 und das Surface Laptop 8 mit Snapdragon X2 vor. In Deutschland startet das Surface Pro 13 bei 1.599 Euro, das Surface Laptop 8 bei 1.699 Euro. Geräte mit Snapdragon X2 Plus von Dell, HP, Lenovo und Samsung kommen über das Jahr 2026 hinzu.
Die Snapdragon-CPUs eint eine geringe Leistungsaufnahme. Das verlängert die Akkulaufzeit im Alltag spürbar. Beim Surface Laptop nennt Microsoft bis zu 20 Stunden lokale Videowiedergabe – ein Laborwert, der den Alltag nicht eins zu eins abbildet.
5. AMD und Intel haben aufgeschlossen
Auch AMD und Intel liefern KI-optimierte Prozessoren. Dazu zählen AMDs Ryzen AI 300 mit bis zu 50 TOPS und Intels Core Ultra 200V mit 48 TOPS. Neuere Baureihen wie AMD Ryzen AI 400 und Intel Core Ultra der dritten Generation (Panther Lake) setzen noch eins drauf.

Mark Hachman / Foundry
Lange fehlten den x86-Chips einzelne Copilot+-Funktionen. Diese Lücke hat Microsoft im Frühjahr 2025 geschlossen: Seit dem Update vom März 2025 laufen Live Captions, Cocreator, Restyle Image und Image Creator auch auf Copilot+-PCs mit AMD- und Intel-Prozessoren.
Damit besteht zwischen den drei Plattformen weitgehend Funktionsgleichheit. Einzelne Neuerungen erreichen die Snapdragon-Geräte weiterhin etwas früher.
6. Aktuelle Copilot+-PC-Funktionen
In Windows 11 stecken KI-Funktionen, die auf allen Rechnern laufen – darunter der webbasierte Assistent Copilot, der Image Creator in Paint und der Microsoft Designer in der Fotoanzeige. Daneben gibt es zahlreiche Funktionen, die zwingend eine NPU voraussetzen und damit Copilot+-PCs vorbehalten bleiben.

Foundry
Dazu gehören die Windows-Studioeffekte für Videokonferenzen, die Echtzeit-Transkription von Gesprächen samt Übersetzung aus mehr als 40 Sprachen und die Paint-Funktion Cocreator, die Zeichnungen in Grafiken umwandelt.
Hinzugekommen sind „Click to Do“ für kontextabhängige Aktionen per Mausklick sowie eine verbesserte Windows-Suche, die Bilder und Dokumente anhand von Beschreibungen findet.
7. Diese Funktionen sind inzwischen verfügbar
Viele Funktionen, die Microsoft ursprünglich nur angekündigt hatte, sind inzwischen ausgerollt. Mit Super Resolution lassen sich Bilder in der Fotos-App um das bis zu Achtfache vergrößern; die Funktion steht auf Geräten mit Snapdragon-, AMD- und Intel-Prozessor bereit. Restyle wandelt Fotos in künstlerische Interpretationen um.

Thorsten Eggeling
Auch die lange umstrittene Funktion Recall ist zurück. Sie legt im Hintergrund regelmäßig Schnappschüsse des Bildschirms an und macht deren Inhalt durchsuchbar. Nach den Datenschutzbedenken von 2024 hat Microsoft die Funktion überarbeitet: Recall ist nun ein Opt-in, die Daten bleiben lokal und verschlüsselt auf dem Gerät, der Zugriff erfolgt über Windows Hello.
Seit Juli 2025 lässt sich Recall auch in der EU und damit in Deutschland nutzen; die Auslieferung erfolgt schrittweise. Kritiker sehen das lokale Bildprotokoll trotz der Schutzmaßnahmen weiterhin skeptisch.
8. Auch Programme anderer Hersteller nutzen NPUs
Software von Drittherstellern kann die NPU ebenfalls verwenden, um anspruchsvolle KI-Aufgaben zu beschleunigen. Zahlreiche namhafte Hersteller haben ihre Programme entsprechend optimiert. Dazu zählen die Bildbearbeitung Adobe Photoshop, die Videoschnittprogramme Capcut und DaVinci Resolve sowie die Mixing-Software djay Pro.
9. ARM statt x86
Anders als Copilot+-PCs mit AMD- und Intel-Prozessoren setzen Geräte mit Qualcomm-CPU auf die ARM-Architektur. Sie unterscheidet sich von der x86-/x64-Architektur herkömmlicher Computer, sodass sich nicht alle für Windows entwickelten Programme nutzen lassen.
Microsoft gibt jedoch an, dass Anwender rund neunzig Prozent der Zeit mit Programmen arbeiten, die auch als native ARM-Versionen vorliegen.

Microsoft
Die Auswahl ist groß. Sie reicht von Office-Paketen wie Microsoft 365 und Libreoffice über Browser wie Google Chrome und Opera bis zu Sicherheitssoftware. Auch die gängigen Apps zum Streamen und Kommunizieren stehen bereit. Adobe hat sein Portfolio weitgehend angepasst: Photoshop, Lightroom und Premiere Pro laufen nativ, Illustrator und Indesign sind nachgezogen.
10. x86-Programme emulieren
Damit sich Programme nutzen lassen, die nicht für ARM entwickelt wurden, enthält Windows 11 für ARM den Emulator Prism. Er übersetzt x86-Befehle in Echtzeit in ARM-Anweisungen. In der Praxis funktioniert das gut, solange es nicht um Anwendungen geht, die tief ins System eingreifen – etwa Virenscanner, VPN-Tools oder Virtualisierungssoftware.

Christoph Hoffmann
Auf der Website windowsonarm.org finden Sie eine regelmäßig aktualisierte Liste der Programme, die nativ oder über den Emulator auf ARM-Systemen laufen.
Videokonferenzen mit KI-Unterstützung
Die Windows-Studioeffekte bündeln die KI-Funktionen „Auto-Framing“, „Porträtlicht“, „Blickkontakt“, „Hintergrundeffekte“, „Kreative Filter“ und „Sprachfokus“. Sie sollen Bild und Ton bei Videokonferenzen verbessern. Aktivieren lassen sie sich über die „Einstellungen“ von Windows oder über die „Schnelleinstellungen“, die Sie mit der Tastenkombination Win-A öffnen.
Da die Funktionen fest im Betriebssystem sitzen, spielt es keine Rolle, ob Sie Microsoft Teams, Zoom oder ein anderes Programm nutzen. Die Studioeffekte setzen eine NPU voraus und stehen damit nur auf Copilot+-PCs zur Verfügung.
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