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Erstmals laufen 46 Prozent der Firmen-Workloads außer Haus

Externe Rechenzentren sind erstmals beliebter als unternehmenseigene Anlagen. Gorodenkoff – shutterstock.com Unternehmen verlagern einen zunehmend größeren Anteil ihrer IT-Workloads auf Colocation– und Cloud-Anbieter, firmeneigene Reche…

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↗ Quelle (computerwoche.de)
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3D-Grafikkonzept: Big Data Center Chief Technology Officer mit Laptop in der Lagerhalle, aktiviert Server, Information Digitalisierung beginnt. SAAS, Cloud Computing, Webdienst

Externe Rechenzentren sind erstmals beliebter als unternehmenseigene Anlagen.


Gorodenkoff – shutterstock.com





Unternehmen verlagern einen zunehmend größeren Anteil ihrer IT-Workloads auf Colocation– und Cloud-Anbieter, firmeneigene Rechenzentren haben das Nachsehen. Wie dem aktuellen „Global Data Center Survey“ des Uptime Institute (Download gegen Daten) zu entnehmen ist, machen externe Rechenzentrumseinrichtungen und -dienste in diesem Jahr 2026 einen Anteil von 46 Prozent an den IT-Workloads aus. Damit liegen sie – Dienste von Colocation-, Cloud-, Hosting- und SaaS-Anbietern eingeschlossen – knapp über den 44 Prozent, die auf unternehmenseigene Rechenzentren entfallen.





Wie die Experten betonen, ist dies das erste Mal seit Erhebung der Studie, dass externe Rechenzentrumsstandorte einen größeren Anteil an den IT-Workloads von Unternehmen halten als unternehmenseigene Einrichtungen. Im Rahmen der Studie befragte Uptime zwischen April und Mai 2026 mehr als 1.600 Teilnehmern weltweit, darunter über 800 Rechenzentrumsbetreiber und -eigentümer.





On-Premises verliert an Boden, aber nicht an Relevanz





Die Experten gehen davon aus, dass sich der Abstand bis 2028 auf 48 Prozent vergrößern wird. Dennoch werden unternehmenseigene Rechenzentren laut Uptime weiterhin ein wesentlicher Bestandteil hybrider IT-Strategien bleiben, da viele Workloads wegen Sicherheits- und regulatorischen Anforderungen weiterhin On-Premises betrieben werden müssen.





„All diese Faktoren hängen miteinander zusammen – und zwar durch KI“, erklärt Andy Lawrence, Executive Director of Research bei Uptime. „Der Druck auf die gesamte Lieferkette, die Kostenstruktur, die Stromverfügbarkeit – all das wird durch den massiven Nachfrageschub nach KI-Infrastruktur vorangetrieben.“





Kostendruck bleibt hoch – auch wegen KI





Zugleich steht das Thema Kosten für die Betreiber auch das vierte Jahr in Folge an erster Stelle: 79 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Management zumindest in gewissem Maße besorgt über die Kostenentwicklung sei. Der Anteil derjenigen mit einer „sehr besorgten“ Führungsebene sank jedoch von 44 Prozent im Vorjahr auf 38 Prozent.





Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Betreiber Kosten inzwischen gegen ein breiteres Spektrum an KI-bezogenen Herausforderungen abwägen müssen. 76 Prozent sorgen sich hinsichtlich der Prognose künftiger Kapazitätsanforderungen. Außerdem zählten Unterbrechungen in der Lieferkette, Personalmangel, die Verfügbarkeit von Strom sowie die Bereitstellung geeigneter KI-Infrastruktur zu den Hauptsorgen des Managements.





„Die Bedenken hinsichtlich der Kosten sind zwar etwas zurückgegangen, doch das bedeutet nicht, dass diese keine Rolle mehr spielen“, erläutert Lawrence. „Es heißt lediglich, dass andere Aspekte an Bedeutung gewonnen haben.“





RZ-Betreiber werden vorsichtiger im Umgang mit KI





Während die Anwenderunternehmen mittlerweile nicht mehr nur mit generativer KI experimentieren, scheinen die Verantwortlichen in den Rechenzentren nun sorgfältiger abzuwägen, wo die Technologie sicher eingesetzt werden kann. So sank der Anteil der Befragten, die der Ansicht sind, dass KI die Effizienz von Anlagen steigert, von 58 Prozent im Vorjahr auf 52 Prozent.





Das Vertrauen darin, dass KI menschliche Fehler reduziert, sank sogar um elf Prozentpunkte auf 40 Prozent. Am größten ist das Vertrauen nach wie vor bei Anwendungen mit geringerem Risiko, etwa bei der Betriebsanalyse und der vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance). Nur 31 Prozent trauen dagegen der KI die Steuerung von Geräteeinstellungen zu, lediglich 16 Prozent automatisierte Konfigurationsänderungen.





„Dieser Vertrauensrückgang deutet darauf hin, dass viele Betreiber noch weit davon entfernt sind, umfangreiche Steuerungsaufgaben der KI zu überlassen“, erläutert Jacquie Davis, Research Analyst bei Uptime. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, den Menschen in den Prozess einzubeziehen.“





KI treibt Rack-Dichte in die Höhe





Der Einsatz von KI beginnt zudem, das Design der Infrastruktur zu verändern: Die durchschnittliche modale Rack-Dichte überschritt erstmals die Marke von elf Kilowatt (kW), ein Meilenstein wie die Experten bemerken. Ausschlaggebend dafür sei maßgeblich die wachsende Zahl von KI-Rechenzentren mit typischen Rack-Dichten von über 30 kW, hieß es.





Ohne diese Installationen fällt der Anstieg der Rack-Dichte mit einem Zuwachs von 7,5 kW auf 7,8 kW moderater aus. Mittlerweile gibt fast ein Viertel der Betreiber an, über mindestens einige Racks mit einer Leistung von mehr als 30 kW zu verfügen. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 19 Prozent. Daniel Bizo, Forschungsleiter bei Uptime, bezeichnet das Überschreiten der 11-kW-Marke als „psychologischen Meilenstein“ für die Branche. Der Modalwert spiegele nun den wachsenden Einfluss von KI-orientierten Implementierungen wider.





Chris Brown, Chief Technology Officer (CTO) von Uptime, erklärt, dass vor allem KI-Trainingslasten die höchsten Rack-Dichten verursachten. Bei Rechenzentren unterhalb der 30-kW-Grenze stellen weiterhin eher traditionelle Unternehmensanwendungen den Haupttreiber dar. „KI treibt die Rack-Dichte schneller in die Höhe als jeder andere Faktor“, so Brown. Gleichzeitig seien klassische Enterprise-Anwendungen weiterhin der dominierende Faktor für die meisten Rechenzentren unterhalb der extrem hohen KI-Leistungsdichten.





Ausfälle werden seltener, aber kostspieliger





Zum sechsten Mal in Folge ging die Anzahl der Betreiber zurück, die in den vergangenen drei Jahren einen folgenschweren Ausfall erlebt haben: 47 Prozent berichteten von so einem Vorfall, verglichen mit 50 Prozent im Vorjahr. Die finanziellen Folgen nehmen jedoch zu: 71 Prozent der Betreiber, die einen Ausfall erlebten, gaben an, dass ihr schwerwiegendster Vorfall Kosten von mindestens 100.000 Dollar verursachte. Im Vorjahr waren es noch 57 Prozent.





Mit 56 Prozent bleiben Stromausfälle dabei weiterhin die Hauptursache für folgenschwere Störungen Brown erwartet jedoch, dass Ausfälle im Zusammenhang mit der Kühlung an Bedeutung gewinnen, da die Leistungsdichte in den Racks KI bedingt weiter zunimmt.





Nachhaltigkeit gewinnt wieder an Dynamik





Nachdem die Entwicklung im vergangenen Jahr stagnierte, verzeichnet das Nachhaltigkeits-Reporting nun wieder einen leichten Aufwärtstrend. So erfasst inzwischen mehr als die Hälfte der Betreiber den Wasserverbrauch – ein Anstieg gegenüber 47 Prozent im Vorjahr. Laut Lawrence war die vorübergehende Verlangsamung vor allem auf den starken Fokus der Branche auf den Ausbau von KI-Kapazitäten zurückzuführen – und nicht etwa eine Abkehr von Nachhaltigkeitszielen.





Personalmangel verschärft sich





Der Fachkräftemangel in der Branche hat sich dagegen nach einigen Jahren relativer Stabilität verschärft: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften zu haben – ein Anstieg gegenüber 46 Prozent im Vorjahr. Zudem berichteten 28 Prozent, Mitarbeitende an konkurrierende Rechenzentrumsbetreiber verloren zu haben.





Am schwierigsten zu besetzen sind den Befragten zufolge Stellen für Elektrofachkräfte und sowie Mitarbeitende für den operativen Betrieb auf Einstiegsniveau. Dies spiegle den wachsenden Bedarf an Fachwissen im Bereich KI-bezogener Infrastruktur wider, so die Experten. (tf)





Dieser Artikel ist im Original bei unserer Schwesterpublikation Networkworld.com erschienen.


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