Linux ist ein Mehrbenutzersystem. Deshalb darf ein Standardnutzer nicht in alle Ordner hineinsehen und auch nicht alle Dateien beliebig öffnen oder ändern.
Für die Sicherheit ist das gut, weil sich Systemdateien nicht ohne Weiteres löschen oder manipulieren lassen – weder vom Nutzer noch von Schadsoftware.
Zugriffsrechte im Dateisystem bilden jedoch eine zusätzliche Ebene der Komplexität, mit der man sich zwar nicht ständig befassen muss, aber in einigen Fällen eben doch. Falsch gesetzte Rechte können den Zugang versperren oder einige Programme arbeiten nicht wie erwartet.
Das Linux-Dateisystem: & Co. ein Element im Dateisystem mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Eigenschaften“.
Auf der Registerkarte „Zugriffsrechte“ sehen Sie die geltenden Rechte, die Sie auch ändern können. Bei Programmen oder Scripts aus dem Internet setzen Sie ein Häkchen vor „Datei als Programm ausführen“, damit sich die Anwendung starten lässt. Das ist auch bei Containern im Appimage-Format erforderlich.
Über die Schaltfläche „Zugriffsrechte der enthaltenen Dateien ändern“ lassen sich unter Ubuntu bei Ordnern die Rechte rekursiv für alle enthaltenen Elemente in einem eigenen Dialog setzen – für „Besitzer“, „Gruppe“ und „Andere“ jeweils getrennt für die enthaltenen Dateien und Ordner.
Bei
Rechtevergabe im Terminal
Im Terminal lassen sich die Zugriffsrechte mit dem Befehl chmod ändern:
chmod o+rx /home/[User]„Andere“ („o“ – „others“), also alle Benutzerkonten des Systems, dürfen dann auf das Home-Verzeichnis von „[User]“ zugreifen und Dateien lesen. Mit
chmod o-rx /home/[User]entziehen Sie „Andere“ die Zugriffsrechte. Die anderen Benutzer des PCs können das Home-Verzeichnis von „[User]“ nicht mehr öffnen. Entsprechend setzen Sie statt „o“ die Buchstaben „u“ für einzelne Benutzer und „g“ für Gruppe ein.
Will man die Berechtigungen für Ordner ändern, die einem nicht gehören, muss „sudo“ vorangestellt werden.
![Klick für Vollbild-Ansicht 🔍 Rechte im Terminal ansehen und setzen: Bei zusätzlichen Ext4-Laufwerke erlaubt man mit „chmod o+rwx“ allen Benutzern den Schreibzugriff auf das Verzeichnis unter „/media/ [user]“.](https://b2c-contenthub.com/wp-content/uploads/2024/11/linux_datei_order_rechte_3.jpg?quality=50&strip=all)
Rechte im Terminal ansehen und setzen: Bei zusätzlichen Ext4-Laufwerke erlaubt man mit „chmod o+rwx“ allen Benutzern den Schreibzugriff auf das Verzeichnis unter „/media/ [user]“.
IDG
Zur Kontrolle lässt man sich die Zugriffsrechte mit
ls -al /home/[User]anzeigen. In der ersten Spalte sind die Rechte mit „r“, „w“ und „x“ (lesen, schreiben, ausführen) zu finden, in der Reihenfolge „Besitzer“, „Gruppe“ und „Andere“. Ist der erste Buchstabe ein „d“, handelt es sich um einen Ordner.
Rechte rekursiv setzen: Ein typisches Beispiel ist das Verzeichnis des Apache-Webservers „/var/www“. Ist hier ein Content-Management-System wie WordPress installiert, benötigt der Webserver Schreibrechte, damit er Dateien ändern oder erstellen kann. Mit der Zeile
sudo chown -R www-data:www-data /var/wwwwird zunächst der Besitzer und die Gruppe für das Benutzerkonto des Webservers geändert.
Die Option „-R“ (rekursiv) bearbeitet alle Dateien und Ordner unter „/var/ www“. Die tatsächlichen Rechte setzen Sie dann mit diesen zwei Befehlen:
sudo find /var/www -type d -exec chmod ug+rwx,o+rx {} +
sudo find /var/www -type f -exec chmod ug+rw,o+r {} +Der erste Befehl wirkt sich rekursiv auf Ordner („d“ für „directory“) aus und erlaubt Eigentümer und Gruppe den Vollzugriff.
„Andere“ dürfen den Inhalt der Verzeichnisse lesen. Die zweite Zeile ändert die Rechte von Dateien („f“ für „file“). Eigentümer und Gruppe erhalten Lese- und Schreibrechte, „Andere“ nur die Leseberechtigung.
Besonderheiten bei zusätzlichen Laufwerken
USB-Sticks, SD-Karten oder USB-Laufwerke sind meist mit den Dateisystemen FAT32, ExFAT oder NTFS formatiert. Ubuntu und Linux Mint binden externe Laufwerke automatisch in das Dateisystem ein und man kann über den Dateimanager darauf zugreifen.
Die Linux-Zugriffsrechte gelten bei den genannten Dateisystemen nicht und der Benutzer erhält Vollzugriff.
Wird ein externes Laufwerk oder eine zweite Festplatte im PC mit einem Linux-Dateisystem wie Ext4 formatiert, berücksichtigt Linux die Benutzerrechte. Wenn es unter „/media/[User]/[Name]“ eingehängt ist, hat nur der Eigentümer „root“ Schreibzugriff.
Um das zu ändern, starten Sie im Terminal
sudo chmod o+rwx /media/[User]/[Name]„[User]“ ersetzen Sie durch Ihren Benutzernamen, „[Name]“ durch die Bezeichnung des Ordners, in den das Laufwerk eingehängt ist. Sind bereits Dateien und Ordner vorhanden, ändern Sie die Rechte rekursiv mit „find“ wie oben beschrieben.
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