Wer mit seinem Internetanschluss daheim zufrieden ist, hat erst einmal keine Veranlassung, daran etwas zu ändern.
Doch zahlreichen Verbrauchern flatterten in den zurückliegenden Monaten Preiserhöhungen ins Haus. So mussten Kunden von 1&1, Vodafone und weiteren Anbietern jeden Monat plötzlich fünf Euro mehr zahlen.
Ob dies bei laufenden Verträgen so überhaupt zulässig ist, müssen erst noch Gerichte entscheiden. Doch auch jenseits der juristischen Klärung stellt sich immer die Frage, ob der eigene Anschluss und Tarif noch zeitgemäß sind. Oder ob man die gleiche oder gar mehr Leistung nicht woanders günstiger bekommt.
Vor allem Zusatzgebühren für Gespräche ins Mobilnetz und Ausland, für die Routermiete oder für Fernsehoptionen können sich ganz schön summieren. Wer über die Grundgebühr hinaus regelmäßig zehn oder 20 Euro dazuzahlt, sollte über einen Wechsel nachdenken.
DSL-Vertrag umstellen:
Andererseits kostet Gigabit pro Monat oft gerade einmal einen Aufpreis von 15 oder 20 Euro gegenüber einem Zehntel dieser Leistung. Theoretisch ist das Herunterladen bei 1000 MBit/s zehnmal so schnell wie bei 100 MBit/s.
Erstens aber sind viele Downloads selbst bei weniger Bandbreite in Sekundenschnelle abgeschlossen, zweitens muss der Server die Bandbreite auch liefern. Das ist keineswegs immer der Fall.
Richtig bemerkbar macht sich der höhere Speed jedoch bei großen Datenmengen: Mit DSL 100 dauert der 80-GByte-Download eines PC-Spiels fast zwei Stunden, mit Gigabit nur gut zehn Minuten.
Zwei frühere Schwachpunkte von Kabelinternet sind mittlerweile weitgehend entschärft:
- Die einzelnen Kabelsegmente („Nodes“) sind auch zu Zeiten, in denen viele Nutzer gleichzeitig online sind, nicht mehr typischerweise überlastet.
- Zudem hat Vodafone als größter Kabelanbieter den Upload bei den meisten Tarifen auf 50 MBit/s und damit auf DSL-Niveau angehoben.
Viel schneller ist das Hochladen über Glasfaser, bei der Deutschen Telekom ist der Upload jeweils halb so hoch wie der gebuchte Download.
Glasfaser-Internet: und oder .
Wichtig: Die Erfahrung zeigt, dass der Anschlusswechsel in aller Regel problemlos klappt. Falls es doch einmal hakt, muss Ihr alter Anbieter die Verbindung spätestens nach einem Tag wiederherstellen, bis die Umstellung erfolgreich ist.
Laufzeit, Tarife, Preise
Generell lautet unsere Empfehlung: Nehmen Sie keinen unnötig teuren Internetanschluss, sondern nur die tatsächlich benötigte Bandbreite plus etwas Puffer. Als Minimum gelten 50 MBit/s, 16 MBit/s sind nicht mehr zeitgemäß.
Ob man sich tatsächlich mit 50 MBit/s begnügt oder für typischerweise monatlich fünf Euro mehr doch doppelt so viel Tempo bucht, muss jeder selbst entscheiden. Wichtiger ist gegebenenfalls, sich zwischen DSL und TV-Kabel zu entscheiden.
Ein Beispiel soll dies erläutern: Den Kabelzugang beim Autor zu Hause liefert und .

Ihr Anschluss darf beim Anbieterwechsel maximal einen Tag offline sein, ansonsten muss der alte Provider Sie weiterversorgen. Die Bundesnetzagentur hilft bei Problemen weiter.
IDG
Internet über LTE und 5G
Ein stationärer Internetzugang über das Mobilfunknetz kann sinnvoll sein, falls vor Ort keine schnelle Festnetzalternative zur Verfügung steht.
LTE- oder 5G-Verträge für zu Hause ohne Datenlimit sind aber vergleichsweise teuer. Vodafone bietet den Zugang für monatlich knapp 65 Euro (LTE/4G) beziehungsweise knapp 75 Euro (5G). Als maximale Bandbreite nennt der Provider “ von O2. Bei O2 ist eine Allnet-Flatrate in alle deutschen Telefonnetze enthalten.
Beachten Sie bitte, dass es sich bei den genannten Bandbreiten um Maximalwerte handelt. Abhängig von der Funkzellenauslastung und den baulichen Gegebenheiten liegt der Datendurchsatz in Innenräumen deutlich darunter.
Nutzen Sie für den Vor-Ort-Empfang unbedingt die Verfügbarkeits-Checks der Provider und die Abdeckungskarte der Bundesnetzagentur. Darin aktivieren Sie als „Netzbetreiber“ oben rechts „Vodafone“ beziehungsweise für O2 „Telefónica“.
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