
Arjuna Kodisinghe | shutterstock.com
Im Rahmen traditioneller wird eine Kompromittierung identifiziert und ein “Desaster” deklariert – woraufhin die betroffenen Systeme aus dem Backup wiederhergestellt werden. Diese Abläufe erfolgen größtenteils manuell und erfordern an jedem Entscheidungspunkt menschliche Interaktion. Und sie werden durch immer raffiniertere Ransomware-Angriffe unterlaufen, bei denen auch weniger um Standalone-Produkte, sondern vielmehr um Angebote, die Teil einer übergreifenden Plattform oder eines anderen Produkts sind und verschiedene Funktionen kombinieren.
Die Lösungen dieser Kategorie zeichnen sich demnach in erster Linie dadurch aus, den anfänglichen Schaden eines Angriffs zu minimieren und eine möglichst effiziente Wiederherstellung zu ermöglichen. Idealerweise kommen dabei Features wie Systemüberwachung in Echtzeit, automatisierte Mitigation sowie IT-Forensik zum Einsatz. Der Recovery-Prozess selbst wird dabei in einer Sandbox initiiert. Das ermöglicht zusätzliche Analysen abseits der betroffenen Systeme und gründliche Malware-Scans.
Die wichtigsten Cyber-Recovery-Anbieter
Nachfolgend haben wir einige empfehlenswerte Cyber-Recovery-Anbieter und ihre Offerings für Sie zusammengetragen.
Acronis
Einer der wenigen Backup- und Recovery-Spezialisten, der auch im Bereich Cyber Recovery tätig ist, ist Acronis. Das Unternehmen bietet dazu zwei umfassende Plattformen an:
.
Bei beiden Plattformen liefern KI-gestützte Antimalware, Endpoint Detection und Response sowie E-Mail-Security die Grundlage, um Angriffe möglichst frühzeitig zu erkennen.
Ein weiteres, bemerkenswertes Feature der Acronis-Plattformen: Sie bieten forensische Backups, bei denen nicht nur die Festplatte, sondern auch ein Memory Dump und Schlüsselinformationen über laufende Prozesse erfasst werden. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Dateien mit Zertifikaten digital zu signieren.
Cohesity
Unterschiedliche Cyber-Recovery-Anforderungen adressiert der Sicherheitsanbieter Cohesity mit seinen Offerings. Im Dezember 2024 hat der Anbieter das Data-Protection-Geschäft von Veritas verspricht Schutz für eine Vielzahl von Workloads – im Wesentlichen durch unveränderliche Snapshots mit strikter Konsistenz in Verbindung mit einem optimierten Wiederherstellungsprozess, um Systemressourcen schnell und effizient wiederherzustellen.
Bestandteil des Cohesity-Portfolios ist auch das SaaS-Angebot und
die Risiko-Monitoring-Plattform unterstützt. Sie soll unter anderem die Anomalieerkennung erleichtern.
Dell
In erster Linie ist Dell ein Hardware-Unternehmen. Dennoch haben die Amerikaner auch eine Reihe von Software-Tools im Angebot, die einer vollständigen Cyber-Recovery-Lösung zuträglich sein können – etwa vielleicht nicht unbedingt mithalten, dafür aber, wenn es um Cyber-Recovery-Funktionen geht. Das Cloud-basierte Kontroll-Panel von Druva ermöglicht einen einheitlichen Überblick über den Schutzstatus von Cloud- und On-Prem-Workloads. Der hauseigene KI-Assistent unterstützt die Anwender dabei, Backups zu managen, Fehler zu beheben und historische Prozesse zu überprüfen.
Druva kombiniert diese Orchestrierung mit kuratierten Snapshots und detaillierten Einblicken in den Verlauf der Datei(ver)änderungen – mit Fokus auf bösartige Vorgänge wie Infektionen mit Malware oder Datenverschlüsselung. Werden solche festgestellt, bietet die Plattform flexible Recovery-Optionen wie System-Rollback, Snapshots in Quarantäne oder Wiederherstellung in einer Sandbox-Umgebung.
Eine Lizenz für Druva beinhaltet außerdem Zugang zu professionellen Dienstleistungen in den Bereichen:
Weiterbildungen,
Fire Drill Testing,
Playbook-Entwicklung und
Incident Response.
Quest
Dieser langjährige Anbieter von IT-Management-Software hat diverse Cyber-Recovery-Komponenten im Angebot. Zum Beispiel:
, das mit Device Patching und Endpoint Management zwei wichtige Komponenten moderner Sicherheits-Stacks abdeckt.
Darüber hinaus bietet Quest auch mehrere Lösungen an, die ihren Schwerpunkt auf den Schutz von Azure Active Directory und Microsoft Entra legen. Zwei erwähnenswerte Lösungen sind in diesem Bereich:
, das Active Directory auf Schwachstellen und potenzielle Angriffspfade analysiert und entsprechende Maßnahmen zur Verfügung stellt, um das Sicherheitsniveau zu erhöhen.
Rubrik
Auch Datensicherheitsspezialist Rubrik kann dazu beitragen, die Mehrheit der Punkte auf der Cyber-Recovery-Checkliste abzuhaken:
bietet Air-Gapped-Backups im Rahmen einer vollständig verwalteten Plattform. Das erleichtert Implementierung und Management langfristig. Die hauseigenen Datenanalyse-Tools bewerten den Dateiinhalt und die Backup-Aktivität und wenden Klassifizierungsregeln auf die Backups an. Dabei fallen auch potenziell sensible Daten, die nicht vollständig geschützt sind, nicht unter den Tisch. Ein Sahnehäubchen in Form von (kostenfreiem) Zugriff auf das Ransomware Response Team von Rubrik gibt es obendrein.
Veeam
Veeam ist noch nicht so lange im Backup- und Recovery-Business aktiv wie einige andere Anbieter in diesem Artikel – hat sich seinen Platz in der Cyber-Recovery-Top-Ten aber redlich verdient. Das Unternehmen bietet unter dem Banner seiner Data Platform mehrere Lösungen an, die Schlüsselelemente der Cyber-Recovery-Anforderungen abdecken:
ermöglicht es, Bedrohungen “proaktiv” abzuwehren, indem verdächtige Aktivitäten frühzeitig erkannt werden. Dazu kommt ein umfassender Überblick über den Datensicherungsstatus.
eng mit Hypervisoren, um Workloads vollumfänglich abzusichern.
Die Plattform bietet einige erwähnenswerte Funktionen. Beispielsweise erkennt sie Verschlüsselungsvorgänge in laufenden virtuellen Maschinen. Das Journaling-System von Zerto erfasst Schreibvorgänge dabei mithilfe von CDP und ermöglicht bei Bedarf eine granulare Wiederherstellung. Verdächtige Aktivitäten werden aufgezeichnet und mithilfe einer Entropieberechnung ausgewertet, um Fehlalarme zu verhindern. (fm)
Dieser Artikel ist im Original bei unserer Schwesterpublikation CSOonline.com erschienen.
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