Im mit , mit dem jede App
später ihre Domain und ihr HTTPS bekommt.
Schritt 4: Konfiguration – Umgebungsvariablen, .env und Healthchecks
Fast jede Anwendung wird über Umgebungsvariablen konfiguriert. Zwei Wege:
services:
app:
image: beispiel/app:1.0
environment:
- TZ=Europe/Berlin
- APP_PORT=3000
Geheimnisse (Passwörter, Tokens) gehören nicht in die compose.yaml, sondern in
eine .env-Datei im selben Ordner. Compose liest sie automatisch:
echo "DB_PASSWORD=EIN_LANGES_ZUFALLSPASSWORT" > .env
services:
db:
image: postgres:18
environment:
- POSTGRES_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
⚠️
.envnie ins Backup-Repo pushen
Die
.enventhält Klartext-Geheimnisse. Nimm sie in eine.gitignoreauf, falls du
deine Compose-Dateien versionierst, und sichere sie getrennt (verschlüsselt).
So prüfst du, ob Compose deine Datei versteht und die .env-Werte richtig
einsetzt – ohne etwas zu starten:
docker compose config
config löst alle Variablen auf und gibt die fertige, normalisierte Konfiguration
aus:
name: compose-demo
services:
db:
environment:
POSTGRES_PASSWORD: EIN_LANGES_ZUFALLSPASSWORT
image: postgres:18
networks:
default: null
Steht dort dein echter Wert statt ${DB_PASSWORD}, greift die .env. Brauchst
du nur einen schnellen Syntax-Check ohne die ganze Ausgabe, nimm
docker compose config --quiet – kommt nichts zurück (Exit-Code 0), ist die Datei
gültig. Genau das ist auch dein erster Griff bei YAML-Fehlern (siehe unten).
Ein Healthcheck sagt Docker, wann ein Dienst wirklich bereit ist – die Basis
dafür, dass abhängige Dienste erst dann starten:
services:
db:
image: postgres:18
environment:
- POSTGRES_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
healthcheck:
test: ["CMD-SHELL", "pg_isready -U postgres"]
interval: 10s
timeout: 5s
retries: 5
app:
image: beispiel/app:1.0
depends_on:
db:
condition: service_healthy
Mit condition: service_healthy startet app erst, wenn der Healthcheck von db
grün ist – das häufigste „warum verbindet sich meine App nicht zur Datenbank?"
verschwindet damit. Die vier Healthcheck-Felder bedeuten: test ist der Befehl,
der im Container läuft (Exit-Code 0 = gesund), interval der Abstand zwischen
den Prüfungen, timeout wie lange eine Prüfung dauern darf, und retries
wie viele Fehlversuche in Folge nötig sind, bevor der Container als unhealthy gilt.
Den aktuellen Zustand zeigt die STATUS-Spalte von docker compose ps als
(healthy) bzw. (unhealthy).
Schritt 5: Der Betriebs-Werkzeugkasten
Diese Befehle brauchst du täglich – immer im Projektordner ausführen:
docker compose up -d # starten / Änderungen anwenden
docker compose ps # Status der Services
docker compose logs -f web # Logs live mitlesen (Strg+C beendet nur das Ansehen)
docker compose exec web sh # Shell im laufenden Container
docker compose restart web # einen einzelnen Dienst neu starten
docker compose stop # anhalten, ohne Container/Netzwerk zu entfernen
docker compose pull # neue Image-Versionen holen
docker compose down # Stack stoppen und entfernen (Volumes bleiben)
Fast alle Befehle lassen sich auf einen Service einschränken, indem du seinen
Namen anhängst (docker compose logs -f web, docker compose restart web) – ohne
Namen gelten sie für den ganzen Stack. Der Unterschied zwischen stop und down:
stop hält die Container nur an (mit start geht's weiter), down entfernt sie
samt Netzwerk (die Named Volumes bleiben in beiden Fällen).
Ein Update läuft fast immer nach demselben Muster: Tag in der compose.yaml
hochsetzen → docker compose pull → docker compose up -d. Compose ersetzt nur die
Container, deren Image sich geändert hat.
Schritt 6: Alles zusammen – ein realistischer App-Stack
So sieht das Muster aus, das dir in den App-Tutorials immer wieder begegnet: eine
Anwendung plus ihre Datenbank. Diese Datei bündelt alles aus den Schritten 1–4 –
lies sie einmal komplett, dann hast du 90 % jeder späteren compose.yaml
verstanden:
services:
app:
image: beispiel/app:1.4 # feste Version, kein latest
ports:
- "8080:3000" # nur die App ist von außen erreichbar
environment:
- TZ=Europe/Berlin
- DATABASE_URL=postgres://app:${DB_PASSWORD}@db:5432/app
volumes:
- appdata:/data # persistente App-Daten (Named Volume)
depends_on:
db:
condition: service_healthy # startet erst, wenn db bereit ist
restart: unless-stopped
db:
image: postgres:18
environment:
- POSTGRES_USER=app
- POSTGRES_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
- POSTGRES_DB=app
volumes:
- dbdata:/var/lib/postgresql/data # die eigentlichen Datenbank-Dateien
healthcheck:
test: ["CMD-SHELL", "pg_isready -U app"]
interval: 10s
timeout: 5s
retries: 5
restart: unless-stopped
# kein ports: – die Datenbank ist NUR intern über den Namen "db" erreichbar
volumes:
appdata:
dbdata:
Drei Design-Entscheidungen, die du dir merken solltest:
Nurapphatports:. Die Datenbank braucht keinen offenen Host-Port – die
App erreicht sie intern über den Hostnamendb(dieDATABASE_URLzeigt genau
dorthin). Ein nicht veröffentlichter Port ist ein Port, den niemand aus dem
Internet angreifen kann.
Zwei getrennte Named Volumes. App-Daten und Datenbank-Dateien liegen sauber
getrennt – das macht spätere Backups und Restores nachvollziehbar.
Passwort nur als${DB_PASSWORD}. Der echte Wert steht in der.env, nicht
in dieser Datei. Dieselbecompose.yamlkann so gefahrlos geteilt werden.
Genau dieses Grundgerüst – App nach außen, Datenbank nur intern, Daten in Named
Volumes, Secrets in der .env – wiederholt sich in Nextcloud, Vaultwarden,
Paperless und den meisten anderen Rezepten.
Wenn es nicht funktioniert
Symptom: yaml: line 7: did not find expected key (oder ähnliche YAML-Fehler)
Ursache & Lösung: YAML ist einrückungssensibel – ausschließlich Leerzeichen,
niemals Tabs, und pro Ebene konsistent (üblich: 2 Leerzeichen). Prüfe die Datei
ohne sie zu starten: docker compose config löst alles auf und meckert genau die
falsche Zeile an.
Symptom: Error ... address already in use beim up
Ursache & Lösung: Der Host-Port (links in 8080:80) ist schon belegt. Finde den
Beleger mit sudo ss -tlnp | grep 8080 oder wähle einen anderen Host-Port. Zwei
Container dürfen sich denselben Host-Port nicht teilen.
Symptom: Eine App findet ihre Datenbank nicht (could not translate host name).
Ursache & Lösung: Als Hostname muss der Service-Name stehen (z. B. db),
nicht localhost. Innerhalb eines Containers ist localhost der Container selbst,
nicht der Nachbar-Service. Und: Beide Services müssen im selben Compose-Projekt
(derselben Datei) liegen.
Symptom: Nach docker compose down sind alle Daten weg.
Ursache & Lösung: Entweder lag das Volume nicht als Named Volume unter
volumes: vor (dann war es nur der vergängliche Container-Speicher), oder es wurde
down -v verwendet. Persistente Dienste immer mit deklariertem Named Volume fahren.
Symptom: docker-compose: command not found
Ursache & Lösung: Das ist das alte Compose v1 (mit Bindestrich). Aktuell ist
docker compose (mit Leerzeichen, Plugin). Falls es fehlt:
sudo apt install docker-compose-plugin (siehe .
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